Erst Christ, dann CEO


Schweizer Firmen sollen ihre christlichen Werte wieder entdecken und sie nach aussen tragen.

Coming-out der Manager: Heute startet das «1. Forum Christlicher Führungskräfte». Das Ziel: das Christentum in die Firmen zurückzuführen. Experten halten das für problematisch.

Von Elisabeth Rizzi20 Minuten Online

Am Freitag und Samstag findet in der Bernexpo das «1. Forum Christlicher Führungskräfte» statt. Erwartet werden 500 Teilnehmende. Unter den Referenten und im Patronatskomitee finden sich klingende Namen wie Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler, Baumeisterverbandspräsident Werner Messmer, der ehemalige Seco-Direktor Jean-Daniel Gerber, Herzspezialist Thierry Carell oder der CEO der Bobst Gruppe, Jean-Pascal Bobst. Unterstützt wird die Veranstaltung unter anderen vom Präsidenten des Evangelischen Kirchenbundes, Gottfried Locher und von Felix Gmür, Bischof des Bistums Basel.

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2 Comments

  1. Hallo Argus,
    das Gleiche, vom Wahlrecht abgesehen, lässt sich auch über Bayern sagen. Auch Österreich und Südtirol möchte ich hier einschließen, da in all diesen Alpenländern die schwarze Mafia sehr verwoben ist. Wenn ich mich hier in meinem Dorf in Norditalien nahe dem Schliersee umsehe, wird mir vor lauter Bigotterie speiübel. Gerade im dörflichen Umfeld sind der Neid, der Geiz und die Gier sehr stark verwurzelt. Als Anhänger der schwarzen Kutten kann man ja im Beichtstuhl alle Sünden für ein Vater Unser loswerden und kommt trotzdem in den Himmel.
    Natürlich kenne ich auch Ausnahmen, die durchaus ehrlich sind und auch zugeben, dass vieles in der Tradition beruht und ohne sozialie Unruhe nicht offengelegt werden kann. Man ist halt dabei und macht mit, um nicht ausgestoßen zu werden. Glauben tun die auch nicht unbedingt alles.

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  2. „Schweizer Firmen sollen ihre christlichen Werte wieder entdecken und sie nach aussen tragen.“ Wenn dieses Projekt Schule macht, kann ich froh sein, dass ich der Schweiz (mein Geburtsland) bereits vor geraumer Zeit den Rücken gekehrt habe. Ich stelle immer wieder fest, dass die Schweiz für viele Leute immer noch als Musterland gilt. Diese Leute kennen allerdings die teilweise stark verkrusten und religiös durchwachsenen Denkschienen der Schweizer nicht. Nach außen zeigen sie dies wohlweislich nicht (die Touristen sollen ja nicht verprellt werden), aber wehe, man bewegt sich außerhalb dieser Denkschablonen, dann wird man prompt kaltgestellt. Das kann sich für die berufliche Karriere sehr schnell negativ auswirken. Hinzu kommt, dass der Einfluß der Religioten in der Schweiz auch heute noch überaus groß ist. Auch das wird wohlweislich nicht ins Ausland getragen. Somit ist die Feststellung, dass die Schweiz zwei stark voneinander abweichende Gesichter aufweist, eine nicht zu widerlegende Tatsache.

    Es ist auch kaum bekannt, dass die Schweiz eines der letzten europäischen Länder war, welches den Frauen das aktive und passive Wahlrecht einräumte. Das war im Jahre 1971. Ein typisches Beispiel für die stark christlich konservativ geprägte Haltung eines großen Teils der Schweizer. Das wahre Gesicht der Schweiz offenbart sich allerdings nur den Insidern. Die Schweizer sind schließlich viel zu klug und zu geschäftstüchtig, um der Welt ihr wahres Gesicht zu zeigen.

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