Katholische Moral: Der Kindergartenkampf von Königswinter


Kindergärtnerin Bernadette Knecht: Als Leiterin eines katholischen Kindergartens in Königswinter wurde sie von der Kirche gefeuert. Doch die Eltern sind voll überzeugt von Bernadette Knecht und gingen geschlossen auf die Barrikaden. Am Ende setzte die Kleinstadt die Kirche vor die Tür - ein höchst ungewöhnlicher Fall.

In Königswinter hat die katholische Kirche eine Kindergartenleiterin wegen Ehebruchs gefeuert. Die Eltern rebellierten, die Stadt kündigte der Kirche als Träger. Kann sich der Arbeitgeber-Gigant Kirche mit 1,3 Millionen Angestellten solchen Bibel-Dogmatismus noch leisten?

Von Lenz JacobsenSpON

Der Mann Gottes, der um keinen Preis ein Auge zudrücken wollte, will jetzt um keinen Preis ein Wort sagen zu dem Aufruhr, den er ausgelöst hat. Udo Maria Schiffers, katholischer Pfarrer der Kleinstadt Königswinter bei Bonn, verkündet barsch am Telefon: „Ich sage dazu nichts, ich habe wirklich anderes zu tun.“

Auch Bernadette Knecht meidet derzeit Medienkontakte. Die Hauptpersonen schweigen also – alle anderen reden umso mehr. Schiffers und Knecht liegen seit Oktober im Streit: Weil die Leiterin eines katholischen Kindergartens in Rauschendorf ihren Mann verließ und mit einem neuen Partner zusammenzogen ist, hält der Pfarrer sie für nicht mehr tragbar. „Wo katholisch drauf steht, muss auch katholisch drin sein“, schreibt der von Schiffers geleitete Kirchengemeindeverband in einer Stellungnahme.

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4 Comments

  1. Die Menschenrechte sind unteilbar (nicht von mir aber meine Überzeugung)

    Die „Genfer Deklaration des Weltärztebundes“ besagt ähnlich nationalen Gesetzen: „Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung“. Sobald man davon Teile streicht, sind es keine Menschenrechte mehr, sondern schizophrene Konstrukte einer speziellen Religiotie, bei denen Gläubige als gute Tat von Gott vorgegeben diskriminieren dürfen wie es gerade beliebt.

    Je nach Auslegung und Fiktion von etwa 4350 Religionen kennen deren Götter diese Rechte nicht, sie sind folglich alle falsch und nicht bindend. Päpste wie der all-wissende Leo XII schwurbeln sinnfrei in krasser Idiotie: „Jeder, der eine solche (Pocken)Impfung vornimmt, ist kein Sohn Gottes mehr … Die Pocken sind ein Gericht Gottes….die Impfung ist eine Herausforderung des Himmels“. Die Bevormundung der Wissenschaft durch religiösen Geisterspuk der Bronzezeit wirkt sich fatal auf die Gesellschaft aus und kostet Hunderttausenden Menschen in „christlicher Nächstenliebe“ das Leben.

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  2. Das Allerchristliche Mittelalter herrscht immer noch in diesem vatikanischen Priesterstaat. Die Katholische Kirche tut so, als brauche sie sich um europäische Menschenrechte (die ja alle gegen den heftigsten Widerstand der Kirche eingeführt wurden) nicht zu scheren.

    Linksrheinisch -also in Frankreich- würde sich die gleiche katholische Kirche eine solche Rechtsbeugung des EU weiten Arbeitsrecht nicht mehr erlauben….dort hat man die Trennung von Kirche und Staat mit dem Teufelswort „Laïzismus“ versehen, schon Anfang des 20. Jahrhunderts akzeptiert.

    Nur unsere Teutonische Kirche glaubt immer noch – mit dem sogenannten Reichs“konkordat“ von 1933, mit dem Hitler den Vatikan für dessen politische Hilfe zur „Machtergreifung und Ermächtigung zum deutschen Diktator“ damals belohnte – weiterhin mehr als eine Millionen Arbeitnehmer EU-rechtwidrig terrorisieren zu können.

    Sehr nachdenklich macht, dass der amtliche Beauftragte für den kirchlichen Kindsmissbrauch, Bischof Ackermann aus Trier keinen seiner überführten -und zum Teil verurteilten Pädophilen Priester- gefeuert hat; aber eine rheinische Kindergärtnerin, die sich frisch verliebt hat, kann die Moral des Kölner Kardinal Meissner nicht ertragen…. 😉

    Doppelmoral nennt man so ein ( kirchliches) Verhalten wohl im Volksmund…..und kein Politiker springt der durch die heilige Kirche diskriminierten Arbeitnehmerin bei…

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  3. Wann räumt die Politik endlich mit den längst nicht mehr zeitgemäßen, gegen die primitivsten Menschenrechte gerichteten Sonderrechten der christlichen Kirchen auf ? Man sollte mal unseren neuen Grüßonkel fragen, was er davon hält. Wenn er tatsächlich der Mann ist, für den ihn viele halten, dann wäre dieser Fall ein geeigneter Anlaß, den selbstherrlich agierenden Religioten mal gehörig die Meinung zu sagen.

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  4. Kinderschänder im katholischen Dienst dürften es, falls sie mal erwischt werden viel gemütlicher haben. Das entspricht zwar auch nicht unbedingt der Glaubenslehre, aber wenigstens hält denen ihr moralingeschwängerter Arbeitgeber im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken frei, mit zum Beispiel einer Arbeitsplatzgarantie in Trier…

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