Außen Schnecke, innen Hightech


Bild:www.keiththompsonart.com

In Labors werden Chips und Elektroden in Insekten und Weichtiere implantiert. Ferngesteuert sollen sie Gifte aufspüren und die Forschung vorantreiben
Mithilfe der Manipulationen wollen Forscher energieautarke Prothesen und neue Therapien für den Menschen entwickeln.

Von Silvia von der WeidenWELT ONLINE

Mischwesen, bei denen Maschinenteile den lebendigen Organismus ergänzen, kennt seit „Terminator“ jeder. Aber die Fiktion wird Wirklichkeit: Forscher züchten mittlerweile Schaben, Nachtfalter, Würmer und Schnecken – und versuchen, mit ihrer Hilfe Energie zu gewinnen oder sie als winzige und unauffällige Späher zu benutzen. Ist das wirklich noch sachliche Wissenschaft – oder entstehen in den Labors merkwürdige Cyborgs?

Noch leben die Versuchstiere abgeschottet in den Labors der Forscher. Daniel Scherson etwa hat mit seinem Team eine Brennstoffzelle entwickelt, die in einer Schabe funktioniert. Der Chemieprofessor von der Case Western Reserve University gewinnt mithilfe dieser Brennstoffzelle elektrischen Strom aus dem Blut einer Kakerlake, genauer aus dem darin enthaltenen Zucker. Das Minikraftwerk implantierten die Forscher in den Hinterleib der Schabe, wo es zweieinhalb Stunden lang Strom lieferte. Über das Experiment berichteten sie im „Journal of the American Chemical Society“.

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