„Hütet euch vor Priestern, Dieben und Häuptlingen“


Symbolbild / Bild: (c) EPA (Jim Hollander)

Matt Ridley ist kein heilloser, sondern ein rationaler Optimist. Drei Faktoren jedoch könnten seiner Ansicht nach die Entwicklung bremsen: Religion, Korruption und Bürokratie.

Von CHRISTIAN ULTSCHDie Presse

Sie haben eine schulpflichtige Tochter. Ich nehme an, als „rationaler Optimist“ gehen Sie davon aus, dass sie einmal in einer besseren Welt leben wird.

 Matt Ridley: Sicherlich.

Und was macht Sie so sicher?

Sicher kann man natürlich nicht sein. Ein Asteroid, ein Atomkrieg oder eine andere Katastrophe könnten die Zivilisation auslöschen. Das schließe ich nicht aus. Aber wahrscheinlicher ist, dass der Lebensstandard in den nächsten 70 oder 80 Jahren enorm steigt. Unser Lebensstandard wächst, weil wir füreinander arbeiten. Und dieser Prozess weitet sich aus. Innovation entsteht, wenn Menschen ihre Ideen austauschen können. Auch dieser Vorgang beschleunigt sich und wird leichter, durch das Internet und andere neue Kommunikationstechnologien.

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1 Comment

  1. Wenn es nicht gelingt den Religionen und führenden Religioten der Kirchen un Politik Einhalt zu gebieten, dann geht die Kiste (Zivilisation) den Bach runter

    Je besser die Bürger in die Wissens- und Leitungsgesellschaften Westeuropas integriert und die wichtigen Bildungselemente beherrschen, je mehr sind Wohlstand, Rechtssicherheit und soziale Vorsorge verbreitet und die Säkularisierung als Befreiung vom Aberglauben schreitet voran. Neben der Förderung einer freien und unabhängigen Wissenschaft ist die gesellschaftliche Wertschätzung der dafür tätigen Menschen wichtig, ohne dass sich Religioten wegen ihrer Realitätsverweigerung und Absurditäten beleidigt fühlen dürfen. Je mehr ein theokratischer Staat mit einem all-wissenden Popanz uralte Mythen als ewig wahr anbetet und den Bürgern ein paranoides Moraldiktat als Ersatz für Wissenschaft und Medizin vorschreibt, je fataler wirken sich der religiöse Dämonenkult aus, negiert jegliche Menschenrechte und beutet alle finanziell für rein egoistischen Luxus aus.

    Die RKK bejubelt begeistert das Wachstum ihres Dämonenkults in den unterentwickelten Ländern der Welt, Wissenschaftler und Soziologen sehen genau darin den Grund für mangelnde Entwicklung und das wirtschaftliche Elend dieser Länder. Fruchbarkeitsraten mit Verdopplung der Bevölkerung alle 20-25 Jahre kann man nicht durch Beten ernähren. Den Ländern Westeuropas ging es im Mittelalter unter einem alles dominierenden Katholizismus genau so miserabel oder gar noch viel schlimmer.

    Die bigotte USA als Gesellschaft mit dem noch höchsten ProKopf-Reichtum ist unfähig daraus in das Wohlergehen der Bürger zu investieren, wichtig sind nur heilige Kriege wie im Irak und Afghanistan. Nach der europäischen Wertestudie von 2009 führt Gottlosigkeit nicht etwa zum Verfall von Sitte und Moral, die Säkularisierung der Gesellschaft ist nicht umkehrbar und erlaubt die religiös-sinnlosen Verbote ohne Probleme zum Nutzen der Gesellschaft zu ignorieren.

    Nur 5% der US-Ingenieure bezeichnen sich als Christen, 55% der US-Amerikaner geben vor gläubig zu sein. Für 57% ist die Evolution real, 38% glauben an die biblische Schöpfung, der Rest hat dazu keine Meinung. Während 61% der Demokraten an die Evolution glaubt, sind es nur 43% der Republikaner. Der „Science and Engineering Indicator“ belegt, die Mehrheit der US-Amerikaner ist schlicht zu blöd zwischen Wissenschaft und religiöser Pseudowissenschaft zu unterscheiden. Man gibt vor sich für Wissenschaft zu interessieren, nur wußten 54% nicht einmal, dass die Erde 1 Jahr braucht die Sonne zu umkreisen. Im Land des „homeschooling“ als Bildung der Zukunft werden Religioten auf der flachen Erdenscheibe gezüchtet.

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