Laizisten haben in der SPD nichts zu suchen


Mit dem Godesberger Programm überwand die SPD um Erich Ollenhauer, Herbert Wehner, Alfred Nau, Fritz Erler, Carlo Schmid, Erwin Schoettle und Willy Eichler (von l.n.r.) ihre antikirchliche Haltung. (Bild: AP Archiv)

Die sozialdemokratische Partei entstammt ursprünglich einem antiklerikalen Milieu. Erst mit dem Godesberger Programm 1959 überwand die SPD ihre antikirchliche Haltung. Heute will sie keinesfalls erneut in den Verdacht geraten, eine Partei mit kirchenfeindlichen Positionen zu sein. Doch die Gesellschaft ist längst viel pluraler.

Von Annette RollmannDeutschlandfunk

Informell treffen sich Laizisten mit sozialdemokratischem Parteibuch aus allen Teilen der Bundesrepublik bereits seit dem Jahr 2010. Doch jetzt wollen sie aus der Anonymität heraus und offiziellen Arbeitskreis innerhalb der Partei gründen, der gleichberechtigt neben dem Arbeitskreis der Christen auftreten darf. Mittlerweile kommen die Laizisten auf rund 1000 Anhänger. Doch der Parteivorstand verwehrt ihnen den offiziellen Status. Nicht einmal die Bezeichnung „laizistische Sozialdemokraten“ ist dem Willy-Brandt-Haus genehm.

„Laizistische Sozis“ nennen sie sich deshalb. Ihre inhaltlichen Forderungen: Sie wollen den Religionsunterricht an den Schulen und die theologische Forschung an den Universitäten verbannen, alle Kreuze aus öffentlichen Gebäuden abhängen und sogenannte kirchliche Privilegien abschaffen. Rolf Schwanitz, sächsischer Bundestagsabgeordneter und einer der Sprecher der Laizisten, tritt ganz grundsätzlich für eine strenge Trennung von Staat und Kirche ein:

„Wir müssen weg von einer Tabuisierung dieser Fragen, nur weil dort Kirche drauf steht. Wir sind der Auffassung, dass Deutschland sich weltanschaulich, auch glaubensseitig, erheblich verändert hat und weiter verändert. Die SPD kennt Arbeitskreise für Religionsgemeinschaften; den Arbeitskreis Christen oder den Arbeitskreis für jüdische Sozialdemokarten. Wir sind der Auffassung, dass es höchste Zeit ist, dass auch konfessionsfreie Sozialdemokraten sich organisieren und ihre Interessen bündeln.“

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4 Comments

  1. Mir geht es genau so wie Freund Argud 7.
    Gerade habe ich einen Beitrag zum Hitler – Vatikan – Pakt 1933 verfasst, als ich heute im Deutschlandfunk diesbezüglich intereresante Perspektiven bei den Piraten hörte.
    Die SPD der christlichen Taubenzüchter-Genossen ist Vergangenheit – genau so, wie das altertümliche, antisemitische, hitlerfreundliche Konkordat von 1933. Nur habt ihr dies noch nicht bemerkt.
    Seit 1954 werde ich erstmals die SPD nicht mehr wählen. Aber wie es aussieht, verzichtet (unsere) Parterei gern auf laizistische Außenseiter.
    Nun setzte ich mich auf meine Altenbank, träume von vergangenen Zeiten und finde es belämmert, dass unser Partei vergeblich ihre Wurzeln in femden Gärtern sucht.
    Lebt wohl, liebe Mitstreiter. Ich muss mich – leider – andersweitig umsehen.

    klaus

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  2. Ich wünsche Herrn Schwanitz, dass er Erfolg hat mit dem erneuten Angriff. Allerdings bin ich sehr skeptisch, dass es diesmal funktioniert. Thierse und Konsorten fürchten sich davor, die blökenden Schafe an der Wahlurne zu verschrecken. Man muss in unserem politischen Umfeld aufhören, das zu glauben was die gleichgeschaltete Presse veröffenttlicht – es geht hier nur um Macht und damit um Geld und Ansehen. Die subkuttanen Politreligioten sind die Ersten, die ihr Fähnchen umdrehen, wenn der Wind sich dreht. Es genügt durch ein Verfassungsgerichtsurteil die Konkordate zu kippen und schon kommt der Stein ins rollen.

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  3. Und weil Laizisten in der SPD von bescheuerten Religioten wie Thierse, Nahles, Gabriel und Co. untergebuttert und diskriminiert werden, ist diese Partei – der ich mal als Kreisvorstand angehörte – bei mir unten durch. Die Sozis werden es mal bereuen, dass sie den Polit-Religioten soviel Einfluß eingeräumt haben.

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