Neocons und Theocons


Bild. politics plus

In den USA liefern sich derzeit die republikanischen Präsidentschaftskandidaten Romney und Santorum ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Mormone und Multi-Millionär Mitt Romney gilt als gemäßigter Neokonservativer, Rick Santorum steht den Evangelikalen nahe, weit abgeschlagen sind der erzkonservative Newt Gingrich und Ron Paul, der Tea-Party-Libertäre. Wie ist die Rolle der Evangelikalen einzuschätzen, die in den Medien und bei den Massen der USA einen für europäische Maßstäbe ungewöhnlich großen Einfluss haben? Schon Bush und Blair rechtfertigten ihre Irak-Kriegspolitik auch mit religiösen Werten (Von Gott gerechtfertigte Kriegspolitik?).

Von Thomas BarthTelepolis

Sie publizierten 2007, noch zu Zeiten von George W. Bush, ein Buch unter dem Titel „Amerika: Mit Gewalt in den Gottesstaat“, in dem Sie eine profunde Materialsammlung und kritische Analyse Amerikas rund um eine theologische Kritik der Evangelikalen aufbauen. Die Neocons, die Neokonservativen, befinden sich demnach mit den Theocons, den „religiösen Rechten“, im Ringen um die Dominanz in der Republikanischen Partei und in der US-Politik generell. Santorum versus Romney scheinen für dieses Ringen zu stehen, in dem derzeit mit Romney die Neocons vorne liegen. Wieso ist es heute nötig, sich zur Beurteilung der USA, also des führenden modernen Industriestaates westlicher Prägung, mit anachronistisch wirkenden Fundamentalisten wie den Evangelikalen zu befassen?

Gerhard Padderatz: Die USA waren schon immer religiöser als andere westliche Industrienationen. Schon vor der Regentschaft von George W. Bush begannen evangelikale Kräfte, langsam die Oberhand zu gewinnen. Wir dürfen allerdings nur zwei Drittel der Evangelikalen zu den Fundamentalisten zählen. Aber auch das sind immerhin rund 65 Millionen.

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2 Comments

  1. Die kreationistischen Republikaner in US-Alabama setzen am 1.10.2011 das Gesetz HB-56, in Kraft, das Illegalen jegliche Bürgerrechte verweigert und sie striktesten Kontrollen unterwirft. Das Resultat ist ein Chaos in der Wirtschaft, über Nacht sind Hunderttausende billige Hilfskräfte in die Nachbarstaaten abgewandert, im Bauwesen und der Landwirtschaft bewirkt das Fehlen Umsatzausfälle um 50% mit Verlusten des Staates bis zu 11 Miliarden US$ und dem Verlust von 140.000 Arbeitplätzen. Führenden Republikanern wird langsam klar, ihr HB-56 Anti Immigration einst angekündigt Arbeitsplätze für Amerikaner zu schaffen, ruiniert in Realität die Wirtschaft. Bei hoher US-Arbeitslosigkeit und geringer Unterstützung sind in Alabama und Georgia die US-Bürger nicht gewillt die miese Drecksarbeit in der Landwirtschaft zu tun.

    Die bigotte USA als Gesellschaft mit dem noch höchsten ProKopf-Reichtum ist unfähig daraus in das Wohlergehen der Bürger zu investieren, wichtig sind nur heilige Kriege wie im Irak und in Afghanistan. Nach der europäischen Wertestudie von 2009 führt Gottlosigkeit nicht etwa zum Verfall von Sitte und Moral, die Säkularisierung der Gesellschaft ist nicht umkehrbar und erlaubt allen die religiös-sinnlosen Verbote ohne Probleme zum Nutzen der Gesellschaft zu ignorieren.

    Nur 5% der US-Ingenieure bezeichnen sich als Christen, 55% der US-Amerikaner geben vor gläubig zu sein. Für 57% ist die Evolution real, 38% glauben an die biblische Schöpfung, der Rest hat dazu keine Meinung. Während 61% der Demokraten an die Evolution glaubt, sind es nur 43% der Republikaner. Der „Science and Engineering Indicator“ belegt, die Mehrheit der US-Amerikaner ist schlicht zu blöd zwischen Wissenschaft und religiöser Pseudowissenschaft zu unterscheiden. Man gibt vor sich für Wissenschaft zu interessieren, 54% wussten nicht einmal, dass die Erde 1 Jahr braucht die Sonne zu umkreisen. Im Land des „homeschooling“ als die Bildung der Zukunft werden Religioten auf der flachen Erdenscheibe gezüchtet. Die sozialen Probleme im bigotten „US-Bibel Belt“ der USA sind ungleich höher und wirtschaftlich fataler als in den nordöstlichen Staaten, die den europäischen Kulturen strukturell ähnlich sind.

    Die Pisa-Resultate aus dem Jahr 2006 sind viel schlechter als die von 2000, die USA rangiert deutlich hinter den 12 westlichen Top-Nationen. Christliche gebildete Studenten versagen an den Eliteuniversitäten wie Harvard, Stanford, Princeton, Yale usw. Christliche Absolventen werden nicht eingestellt oder umgehend wegen Unfähigkeit gefeuert. Die Universität of California akzeptiert Absolventen wie von der „Association-of-Christian-Schools-International“ nicht, deren Wissen erfüllt nicht die Vorrausetzungen für ein Universitäts Studium. Diese Einschätzung wird der University of California in einem Gerichtsverfahren als zulässig bestätigt. Die Absolventen vieler US-Eliteuniversitäten sind bereits mehrheitlich Ausländer.

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  2. Wenn das stimmt, dann muss man sich das mal auf der Zunge zergehen lassen:
    65 Millionen Amerikaner sind evangelikale Fundamentalisten.
    Kein Wunder bei den Präsidenten und Kandidaten, von Ron Paul mal abgesehen. 👿

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