Theodizee: Das Leid in der Welt – eine radikale Anfrage an den Glauben


Aufführung im Deutschen Theater 1981, Bild. wikipedia

Th. Payne, Dantons Tod:

…Das böse Zucken des Schmerzes, und rege es sich nur in einem Atom, macht einen Riss in der Schöpfung von oben bis unten.(3.Akt, 1.Szene)

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Georg Büchner bezeichnete sie als „Fels des Atheismus“: die Frage, die der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) in den Terminus „Theodizee“ gegossen hat und die bis heute die Theologie unablässig herausfordert. Es ist die Frage nach der Rechtfertigung des Glaubens an Gott angesichts des Übermaßes an Leid in der Welt. Ein allmächtiger Gott hätte per definitionem die Macht, Leid zu verhindern; ein gütiger Gott würde Leid verhindern wollen. Da es aber unaussprechliches Leid gibt, scheint kein allmächtiger und gütiger Gott zu existieren – so lautet eine populäre Zuspitzung jener Dilemma-Situation, in der sich die Theologie bei ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema Gott und Leiden befindet. Wie antwortet sie darauf?

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  1. Nicht existiente Götter und Dämonen machen keine Kriege, Tsunamis, Erdbeben, Unwetter, Vulkanausbrüche, Krankheit, Pandemien, Not und Elend. Beten zu fiktiven Göttern und Heiligen kombiniert mit Ablass, Exorzismen, Selbstkasteiung und Pilgerreisen ist schädlich, teuer für die Gläubigen und erwiesen niemals hilfreich.

    Kardinal Meisner als größte Dumpfbacke der Kinderficker Sekte schwurbelt Leid als Geschenk Gottes den Glauben zu stärken: „Es ist etwas sehr Schönes, wenn man sieht, wie die Armen ihr Kreuz tragen. Wie die Passion Christi, ist ihr Leid ein großes Geschenk für die Welt“. Damit die religiösen Phantasien aus der Bronzezeit jeden Einfaltspinsel glaubhaft überzeugen, braucht es Leid und Elend durch heilige Kriege und viele Scheiterhaufen. Meisners Kriegswerbung in der Frankfurter Rundschau ist typisch: „Ein Volk könne nur beruhigt sein, wenn es wisse, dass die Waffen zur Verteidigung und Erhaltung des Friedens in Händen seien, deren Köpfe und Herzen um ihre Verantwortung vor Gott und der Welt wissen… In betenden Händen‘ sei die Waffe vor Missbrauch sicher“. An den fatalen Kriegen des letzten Jahrhunderts waren zu 95% Christen beteiligt, angestachelt und geleitet von Priestern und Pfarrern, die zu 50% Mitglieder von Hitlers NSDAP waren.

    AIDS ist nach Aussagen superfrommer Mediziner mittels Olivenöl, Knoblauch und rote Beete heilbar, bei 800 AIDS-Toten am Tag in Südafrika und 4 Mill. im Jahr in Afrika geradezu pervers. Englische Prediger überzeugen HIV-Infizierte auf Jesus zu vertrauen, zu beten und die Medikamente absetzen; 3 kranke HIV-Infizierte sterben unmittelbar. Rauchschwaden aus Weihrauch, „harmonisiertes“ Leitungswasser aus Lourdes und intensives Beten heilen Krebs und Multiple Sklerose frei nach Wahl. Die Ärzte des BKA als Kinderficker Anhänger wirbt für die Heilung von Homosexualität mit theologischer Hilfe durch Psychotherapie, Homöopathie und Akupunktur wie im Mittelalter. Wer heute krank wird, der sollte sicher gehen keinen dieser tief gläubigen Quacksalber zu konsultieren, der eucharistisch das Ohrenschmalz wegbetet und den Leistenbruch ohne jede biblische Vorgabe nicht glaubenskonform behandeln kann.

    Die „Genfer Deklaration des Weltärztebundes“ besagt ähnlich nationalen Gesetzen: „Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung“. Sobald man davon Teile streicht, sind es keine Menschenrechte mehr, sondern schizophrene Konstrukte einer Religiotie, bei denen Gläubige als gute Tat von Gott vorgegeben diskriminieren dürfen wie es gerade beliebt. Je nach Engstirnigkeit und Wahn von etwa 4350 Religionen kennen deren Götter keine Menschenrechte, sie sind folglich auch nicht bindend.

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