Schweizer Nationalrätin Rickli will Deutsche aussperren

Natalie Rickli ist das politische Ziehkind des berüchtigten Christoph Blocher.
Foto: Reuters

Eine Abgeordnete der rechten Schweizerischen Volkspartei (SVP) wettert öffentlich gegen Deutsche, die angeblich Schweizern die Jobs klauen. Jetzt streitet das Land darüber, ob die Zuwanderer tatsächlich ein Fluch sind – oder doch eher ein Segen.

Von Jonas NonnenmannFrankfurter Rundschau

Natalie Rickli von der Schweizer Volkspartei SVP weiß, was sie sagen muss, um ihre Anhänger bei Laune zu halten.

„Sind wir ehrlich: Die Leute regen sich halt auf, weil zu viele Deutsche im Land sind“, sagte die Nationalrätin im zweiten Teil des Schweizer SonnTalk in die Runde.

„Die Deutschen?“, fragt der Moderator verwundert. Ja, sagt Rickli, der Ansturm aus dem Nachbarland erhöhe den Druck auf den Arbeits-und Wohnungsmarkt. Sie habe mehrere Zuschriften von Schweizern erhalten, die ihre Arbeit an jüngere Deutsche verloren hätten.

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H. Schüller: Ein Pfarrer gegen den Vatikan

Bild: Kleine Zeitung.at

„Bischöfe führen sich auf wie Gutsherren in der Feudalzeit“

Von Rosemarie Schwaigerprofil online

Helmut Schüller war Chef der Caritas und streitbarer Generalvikar der Erzdiözese Wien. Aber erst jetzt, als kleiner Landpfarrer, macht er die Kirchenleitung so richtig nervös. Mit ihrem „Aufruf zum Ungehorsam“ sorgen Schüller und seine Pfarrer-Initiative für Aufregung bis in den Vatikan.

Reue ist der erste Schritt zur Vergebung. Ein braver Katholik darf sich ruhig einmal danebenbenehmen. Wenn er hinterher seinen Fehler einsieht, Besserung verspricht und Buße tut, werden die Maluspunkte im Himmel wieder gestrichen.

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Rechte provozieren mit islamfeindlichen Karikaturen

Muslime verteilen in Berlin den Koran. Wie werden sie auf die islamfeindlichen Karikaturen reagieren, die in Essen von Rechten gezeigt wurden?© Adam Berry/Getty Images

Bundesinnenminister Friedrich macht sich Sorgen: Nachdem Rechte vor einer Moschee in Essen islamfeindliche Karikaturen zeigten, könnten sich radikale Salafisten herausgefordert fühlen.

Stern.de

Eine Gruppe von Rechten hat am Samstag islamfeindliche Karikaturen vor einer Moschee in Essen gezeigt. Die unter Rechtsextremismus-Verdacht stehende Splitterpartei Pro NRW hatte zu der Aktion aufgerufen, an der sich im Laufe des Tages fast 100 Menschen beteiligten. Zugleich kamen etwa 300 Gegendemonstranten zu einer Protestkundgebung des antifaschistischen Bündnisses „Essen stellt sich quer“. Die Zahlen nannte eine Polizeisprecherin im Anschluss an die Aktionen, die gewaltfrei verliefen.

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Kathrin Spoerr: Ich glaube nicht an Gott

Die meisten Ostdeutschen glauben nicht an Gott, die Kirche ist für sie kein Zufluchtsort ©DAPD

13 Prozent der Ostdeutschen sind Christen. Kathrin Spoerr gehört nicht dazu. Sie hat den Glauben gesucht, mit Konfirmation und Heirat Fakten geschaffen – und am Ende Gott doch nicht gefunden.

Von Kathrin SpoerrWELT ONLINE

Ich stamme aus einer protestantischen Familie. Meine Großmutter war eine stolze mecklenburgische Bäuerin, lutherisch bis auf die Haut. Die Kommunisten haben ihr viel genommen: erst ihren Hof und dann ihren Mann, der die Schmach der Kollektivierung nur um Monate überlebte. Den Zorn auf die Kommunisten gab sie an ihre vier Töchter weiter und diese wiederum an ihre Kinder, an meine Generation.

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Punkrock ist eine Haltung

Knight: "Der Islam erschien mir damals so restriktiv und einengend" (Bild: picture alliance / dpa / NNS /Landov)

Vor zehn Jahren hat Michael Muhammed Knight mit seinem Buch „Taqwacores“ eine liberal-islamische Jugendbewegung ausgelöst. Nach der Veröffentlichung haben sich reale Islam-Punk-Bands gegründet und eine eigene Musik entwickelt. Jetzt ist der Roman auch in Deutschland erschienen.

von Thilo Guschas – dradio.de

Über die Entwicklung der muslimischen Punkszene

Zitat aus dem Roman „Taqwacore“:
„Obwohl Rabeya eine ebenso überzeugte Muslima war wie jeder andere hier, lebte sie den Islam, wie sie es für richtig hielt. Bei der gestrigen Party war sie es, die völlig verschleiert ans Mikrofon gesprungen war, um eine Coverversion von ‚Nazi Girlfriend‘ von den Stooges zum Besten zu geben; durch ihren Niquab sang sie langsam und geisterhaft in Iggy Pops morbider Altmännerstimme: ‚I want to fuck you on the floor, among my books of ancient lore‘.“

Eine Leseprobe aus dem Roman „Taqwacore“ des Amerikaners Michael Muhammad Knight. Dass dieser Stoff die deutschen Medien geradezu magisch anzieht: kein Wunder. Die Kopftuchdebatte, der „Euro-Islam“ oder auch das Thema „Ehrenmorde“. Die Diskussion um den Islam in Deutschland erscheint so festgefahren wie verkrampft.

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Göring-Eckardt will verständlich und lebensnah von Gott reden

Über Gott wieder verständlich und lebensnah zu reden, ist der Wunsch der EKD-Präses Katrin Göring-Eckardt, den sie im "Welt"-Interview äußert.
Foto: pro

In Sachen Glauben liegt Ostdeutschland weltweit auf dem letzten Platz. So oder so ähnlich lauteten die Schlagzeilen, als vor einer Woche eine Studie der Universität Chicago vorgestellt wurde, die Länder nach ihrem Gottesglauben untersucht hatte. Warum der Atheismus in dieser Gegend so ausgeprägt ist und welche Chancen die christliche Mission hat, erklärt die Präses der EKD-Synode, Katrin Göring-Eckardt, im „Welt“-Interview.

pro Medienmagazin

Damit reagiert sie auch auf die Aussagen des katholischen Schriftstellers Martin Mosebach (pro berichtete), der ebenfalls in einem „Welt“-Interview – den Protestantismus mitverantwortlich gemacht hat, für das Schwinden des Gottesglaubens in Ostdeutschland. Göring-Eckardt weiß bei dem Thema wovon sie spricht. Sie studierte zu DDR-Zeiten Theologie und ist mit einem Pfarrer in Thüringen verheiratet. Neben der DDR-Zeit und dem dort verordneten Atheismus, sieht sie einen weiteren Indikator darin, dass „der politische Widerstand in der DDR zwar unter dem Dach der Kirche stattfand, aber nicht als religiös motiviert wahrgenommen wurde“.

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„Homosexuelle (Pastoren) können gute Vorbilder sein“

Maria Jepsen.
Foto: Holm Wolschendorf

Erst vor wenigen Tagen erschütterte eine erbittert geführte Diskussion die evangelische Kirche in Sachsen. Es ging um die Frage, ob schwule Pfarrer gemeinsam mit ihrem Partner im Pfarrhaus leben dürfen. Sind Homosexuelle ein Fehlgriff Gottes? Sind sie nicht Gottes Kinder und irgendwie defizitär

Von Christian WalfLudwigsburger Kreiszeitung

So absurd diese Fragen heute klingen, in der evangelischen Kirche spielen sie derzeit wieder eine große Rolle.

Darum hat sich das Institut für Antidiskriminierungs- und Diversityfragen an der evangelischen Hochschule in Ludwigsburg zu einer Veranstaltung entschlossen, die sich mit dem Spannungsfeld von sexueller Identität und Kirche auseinandersetzt. Wie brisant dieses Thema noch immer ist, zeigt die kurzfristige Absage der beiden zu dieser Tagung geladenen amtskirchlichen Vertreter. Wegen „bedauerlicher Irritationen“ hatten Dekan Volker Teich und Oberkirchenrat Wolfgang Traub kurzfristig eine Teilnahme gestern abgelehnt.

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Vatikan: Eheberatung beim Ehe-Analphabeten

Leere Hochzeitsbank vor der kirchlichen Trauung Bild: wikipedia

Der vatikanische Justizchef Kardinal Francesco Coccopalmerio hat eine strengere Handhabung von Ehenichtigkeitsverfahren gefordert. Es sei ein „Missbrauch“, wenn jemand die Ungültigkeit seiner Ehe entgegen den Fakten vortäusche, sagte Coccopalmerio in einem Interview mit Radio Vatikan am Donnerstag

kathweb

Brautleute müssten besser auf die Ehe vorbereitet und die Zulassung zur kirchlichen Trauung strenger geprüft werden. Es dürfe keine „Zulassung zu ermäßigten Konditionen“ geben, so der Präsident des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte.

Coccopalmerio verwies auf die Forderung von Papst Benedikt XVI., nicht einseitig nach Gesichtspunkten der Barmherzigkeit zu entscheiden. Die zuständigen vatikanischen Gerichtshöfe seien dem schon nachgekommen. Nun müssten auch die anderen Beteiligten dieser Mahnung folgen.

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Evangelisation: Mission ohne unnötiges Risiko

n islamischen Ländern sind christliche Missionare besonders gefährdet.
Bild: jesus.ch

Die tragische Verschleppung einer Schweizer Missionarin in Mali zog einen Pressewirbel nach sich. Die Vorwürfe, evangelikale Christen würden aus Geltungsbedürfnis die Gefahr suchen und damit Entführungen provozieren, haben mit der Realität allerdings wenig zu tun. Missionsleiter erklären ihre Vorsichtsmassnahmen.

jesus.ch

Die öffentliche Diskussion hatte gerade begonnen. Doch bevor es richtig losgehen konnte, glätteten sich die Wogen auch schon wieder. «20 Minuten Online» hatte am Montag vergangener Woche über die entführte Schweizerin in Mali berichtet. Die Frau war am Sonntag zuvor von sechs bewaffneten Männern in der Oasenstadt Timbuktu unter lauten «Allahu akbar»-Rufen (Gott ist gross) entführt worden. Nach neuesten Berichten ist sie nun in die Hände einer weiteren Gruppe gefallen, die offenbar zu einer Freilassung bereit sei. Nachdem der Fall publik geworden war, versuchte der «Tages-Anzeiger» die Hintergründe der Missionarin zu beleuchten.

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Hexen: Mythos und Realität

Hexen ziehen beim großen Faschingsumzug durch Stuttgart. (Bild: picture alliance / dpa / Franziska Kraufmann)

Hexen: Kaum ein Thema ist mit so viel Klischees, Irrglauben, Ängsten, aber auch Faszination belegt wie dieses. Da sind die Hexen, die sich zur Walpurgisnacht auf dem Blocksberg treffen, um mit dem Teufel den „Hexensabbat“ zu feiern, die Zauberhexen in der Fantasy-Literatur oder die „neuen Hexen“, die sich als magische Heilerinnen verstehen. Gleichzeitig erinnern immer mehr deutsche Städte an ihre düstere Rolle in der Zeit der Hexenverfolgung.

Deutschlandradio Kultur

„Hexerei ist ein großes, menschliches Thema in allen Zivilisationen, weil es zur Erklärung von Unglück dient: Kinder, die plötzlich sterben, die Krankheiten bekommen, die unbekannt sind, das Vieh, das stirbt, die Ernte, die verhagelt wird. Oder einfach auch privates Unglück: dass man über eine Wurzel stolpert und sich ein Bein bricht.“, sagt Wolfgang Behringer, Professor für Geschichte der frühen Neuzeit an der Universität des Saarlandes und einer der führenden Experten für die Zeit der Hexenverfolgung.

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Vatikan: Ein schlimmer Verdacht

Im Juni 1993 verschwunden: Emanuela Orlandi auf einem Privatfoto/FAZ

Die Umbettung eines Mafioso vom Stadtfriedhof in die Krypta neben Päpste und Kardinäle wirft viele Fragen auf – unter anderem, ob der Vatikan ein vermisstes Mädchen neben ihm begraben ließ.

Von Jörg BremerFrankfurter Allgemeine

Spätestens Ende Mai sollen die sterblichen Überreste des römischen Bandenchefs Enrico De Pedis aus der Krypta der päpstlichen Basilika Sant’Apollinare nahe der Piazza Navona auf den Stadtfriedhof Verano zurückgebracht werden. Das berichteten jetzt römische Zeitungen. Es war schon recht merkwürdig, dass der am 2. Februar 1990 auf seinem Moped erschossene 35 Jahre alte Boss einer Erpresser-, Rauschgift- und Waffenhändlerbande neben Bischöfen und Kardinälen beerdigt wurde. Mit Umbettung und Öffnung seines Sarges soll sich nun zudem noch der Verdacht klären, neben dem Mafioso liege Emanuela Orlandi. Fünfzehn Jahre alt war die Schülerin, als sie am frühen Abend des 22. Juni 1983 nicht mehr vom Musikunterricht nahe der Kirche zu den Eltern im Vatikanstaat zurückkehrte.

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Dem „Neuen Atheismus“ fehlt der existenzielle Ernst

Bild: bistum-augsburg.de

Dem sogenannten „neuen Atheismus“, wie er etwa von dem Evolutionsbiologen Richard Dawkins propagiert wird, fehlt es an „existenziellem Ernst“. Dies unterstrich der deutsche Philosoph und Religionskritiker Franz Josef Wetz bei einem Vortrag am Donnerstag in Innsbruck.

kathweb

Die gegenwärtig „aggressive Religionskritik“ enthalte „nur wenig Neues“, sie langweile ihn gar, da ihre Emphase einzig der medialen Sensationslust geschuldet sei, so Wetz: „Die neue Religionskritik konnte nur darum eine hohe Aktualität gewinnen, weil sie wie Boxkämpfe und Krimis im Fernsehen einen hohen Unterhaltungswert besitzt“. Ihr mangele jedoch ein „existenzieller Hintergrund“, wie er noch die religionskritischen Klassiker von David Humes über Friedrich Nietzsche bis Sigmund Freud gekennzeichnet habe.

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Religion: Der bloße Anblick des Denkens schwächt die Kraft des Glaubens

Bild: (c) AP (DAVID EULITT)

Das Gehirn arbeitet analytisch und intuitiv, Letzteres tut es gerne bei religiösen Menschen. Aber schon kleine unterschwellige Signale – „priming“ – können das ändern.

Von Jürgen LangenbachDie Presse

Wir sind nicht immer gleich, schon unterschwellige Umwelteinflüsse modulieren unser Empfinden und Denken. Wer sich sozial isoliert fühlt, weil ihm kalte Schultern gezeigt werden, der fröstelt auch am Körper, und wer eine Tasse warmen Kaffee in der Hand hat, dem rückt sich alles in ein warmes Licht. Diese Kraft des Subliminalen zeigt sich allerorten, auch dort, wo es gar nicht um Soziales geht: Allein der Anblick einer Kirche stimmt Menschen konservativ, Jordan Labouff (Baylor University) hat es im Vorjahr gezeigt, er hat Straßenpassanten um ihre politische Meinung zu verschiedenen Minderheiten gebeten, und die Antworten fielen neben Westminster Abbey in London anders aus als neben dem Rathaus von Maastricht (Int. J. Psych. Rel, 19. 1.).

Eine ähnliche Macht des Orts hatte man früher schon in Wahllokalen in den USA bemerkt: Wurde über die Erhöhung einer Steuer – und die Widmung des Betrags für Bildung – abgestimmt, war die Zustimmung in Schulen höher als in Kirchen.

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Die Grenzen des Wissens kann niemand überschreiten

P.Stosiek am Cembalo, Bild: klosterkirchengemeinde.de

Um der Frage „Stehen Gott und Medizin manchmal doch auf Kriegsfuß miteinander?“ zu beantworten, sei es notwendig zu wissen, dass Wissenschaft aus Beobachtung und Experiment ihre Kenntnisse gewinne, während Religion davon ausgehe, dass jenseits jener Erkenntnisse immer etwas offen bleibe.

Von Martin SchmidtLausitzer Rundschau

Der Referent führte Äußerungen führender Physiker an, dass es auch für sie immer Dinge gebe, die unberechenbar, unaussprechbar blieben. Solche Grenzen habe es zu allen Zeiten gegeben. Jede neue Entdeckung brachte immer neue Herausforderungen, offene Fragen und damit jeder Generation neue Aufgaben.

Der eloquente Referent fesselte seine Zuhörer mit Äußerungen von Wissenschaftlern unserer Zeit und verschiedener Gebiete, er brachte Beispiele aus dem Zusammenleben von Mensch und Tier, von Mensch und Mensch, die erkennen ließen, dass nicht alle Entscheidungen rational erklärbar seien. Hinzu komme, dass es Erfinder gab, die erst ihre Entdeckung formulierten, um sie dann erst beweisen zu können. Der Musikliebhaber führte Mozart an, der wie andere nicht erklären konnte, wie er die Ideen für seine Musik gewonnen habe, sondern äußerte: „Ich habe die Musik vor mir gesehen und sie abgeschrieben.“

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US-Pastor Terry Jones droht Koranverbrennung an

Bild: nydailynews.com

Der evangelikale US-Pastor Terry Jones hat erneut eine Koranverbrennung angedroht. Er wolle damit gegen die Inhaftierung des Geistlichen Youcef Nadarkhani im Iran protestieren, sagte Jones laut der US-Zeitung „The Christian Post“.

RP ONLINE

Die Verbrennung solle am Samstagnachmittag vor seiner Kirche Dove World Outreach Center in Gainesville in Florida stattfinden, wenn Nadarkhani nicht bis dahin freigelassen sei. Jones kündigte an, er wolle zuvor in einem Gottesdienst über „die vergangenen 1400 Jahre islamischer Verfolgung von Christen, Gläubigen, Ungläubigen, Homosexuellen und Frauen“ sprechen. Nadarkhani stehe „für den Tod und die Zerstörung, die durch den Islam verursacht wird“, so der Pastor weiter: „Wenn unsere Regierung mehr Druck auf den Iran ausüben würde, könnten wir mehr tun.“

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Martin Walser: „Rede zur Religionspolitik

„Etwas fehlt“: Martin Walser denkt über Religion nach.
Foto: dapd/Felix Kaestle

An der theologische Fakultät der Humboldt-Universität in Berlin liest Martin Walser über den Unterschied von Rechtfertigung und Rechthaberei.

Von Dirk PilzFrankfurter Rundschau

Martin Walser, der Schriftsteller, ist nach Berlin gekommen. Die theologische Fakultät der Humboldt-Universität hatte ihn für eine „Rede zur Religionspolitik“ geladen. Viele Menschen wollten das hören, einige aber verteilten ein anonymes Flugblatt: „Warum wir nicht wollen, dass Martin Walser an der Humboldt-Universität spricht“. Der Inhalt ist rasch zusammengefasst. Wie kein Zweiter stehe Walser für „die Verdrängung der nationalsozialistischen Vergangenheit“. Deutlich müsse zudem gesagt werden, „dass Walser antisemitische Texte publiziert hat und dass er antisemitische und völkische Propaganda betreibt“.

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B16 und die kirchenpolitische Stagnation

Marco Politik sprach unter dem Titel „Ein Papst in der Krise“ über die Amtszeit Papst Benedikts XVI. Foto: -loy-

Hier der gelehrte und verehrte Theologe mit Sinn für die Schönheit des Glaubens und der Fähigkeit, ihn glaubwürdig und vernünftig zu erklären. Dort der einsame Pontifex, fern von Welt und Moderne, der die Eigengesetzlichkeiten der Kurie und die globalen politischen Umwälzungen nicht ausreichend zur Kenntnis nimmt und deshalb eine kirchenpolitische Stagnation herbeiführt:

Von Johannes LoyWestfälische Nachrichten

Zwischen diesen beiden Polen siedelt Marco Politi, einer der bekanntesten und brillantesten Journalisten und Vatikan-Experten Italiens, die Pontifikatszeit Benedikts XVI. an. Politi, jahrelang Korrespondent der römischen Zeitung „La Repubblica“, schälte am Dienstagabend vor rund 150 Zuhörern in der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster zunächst die „Kette von Krisen“ heraus – beginnend mit der verunglückten Regensburger Rede zum Islam („Wir Journalisten haben in Kenntnis des Textes die Berater des Papstes zuvor noch vor der Wirkung der Rede gewarnt!“) bis hin zu der durch die zuständigen Kurienbehörden dilettantisch vorbereiteten Annäherung an die Piusbrüder mit ihrem antisemitischen Bischof Williamson.

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Vatileaks: Kardinalskommission soll aufklären

Bild: vatileaks.com

Benedikt XVI. hat drei Kardinäle beauftragt, Licht in die Angelegenheit zu bringen: den früheren vatikanischen ‚Justizminister‘ Julian Herranz, den ehemaligen Präfekten der Missionskongregation Jozef Tomko und den emeritierten Bischof von Palermo

kath.net

Eine neue Kardinalskommission soll klären, wie vatikanische Geheimdokumente an die Medien gespielt und dort veröffentlicht werden konnten. Benedikt XVI. habe drei pensionierte Kardinäle beauftragt, Untersuchungen in alle Richtungen einzuleiten und Licht in die Angelegenheit zu bringen, heißt es in einem Vatikankommunique vom Mittwoch.

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Kopimismus: Piratenreligion breitet sich aus

Bild: heise.de

Ende 2011 wurde die Kopimismuskirche in Schweden als Religion offiziell anerkannt, nun soll sie auch in den USA und anderen Ländern durch Kopieren verbreitet und als Kirche institutionalisiert werden

Von Florian RötzerTelepolis

In Schweden sind die Piraten um Pirate Bay entstanden, politisch haben sie jedoch keinen wirklichen Durchbruch geschafft, auch wenn immerhin zwei Piraten im Europarlament Abgeordnete wurden. In Deutschland feiert die Piratenpartei hingegen noch einen Erfolg nach dem anderen, sie zieht in die Landtage ein und die Mitgliederzahl wächst schnell. Vielleicht in Ermangelung einer erfolgreichen politischen Partei breitet sich in anderen Ländern eine Piratenreligion aus und sollen neue Kirchen gegründet werden: die Kopimismuskirche oder die Missionary Church of Kopimism in Uppsala. In Deutschland gibt es bislang nur eine inoffizielle, private Webseite.

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B16: Knallharte Textkorrektur zum Abendmahl

Seit den Sechzigern wurde beim katholischen Abendmahl dem Blut, das für „alle“ vergossen wird, gehuldigt. Jetzt hat der Papst entschieden, dass die Bibelstelle wieder mit „vielen“ wiederzugeben sei.

Von Paul BaddeWELT ONLINE

In einem aufsehenerregenden Schritt hat Papst Benedikt XVI. mit einem Brief an alle deutschsprachigen Bischöfe streng entschieden, dass in Zukunft an der heiligsten Stelle jeder Messe der katholischen Liturgie nur noch die authentischen Worte Jesu beim letzten Abendmahl benutzt werden dürfen: „Dies ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für Euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis“. Für „viele“, nicht mehr für „alle“.

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