Papst in Havanna: Religionsfreiheit vor Menschenrechten


Papst Benedikt XVI. und Kubas Präsident Raul Castro bei einer Zeremonie im Revolutionspalast in Havanna. (Bild: picture alliance / dpa)

Dem Papst und seinem Gefolge waren Gespräche über die Freiheiten der Kirche wichtiger als das Beharren auf Freiheit. So etwas nennt man Realpolitik. Und sage niemand, davon verstünde der Vatikan nichts, kommentiert Daniel Deckers.

Von Daniel DeckersDeutschlandfunk

Nein, kein Kubaner hat sich am Vorabend des Besuchs von Papst Benedikt XVI. auf dem Platz der Revolution in Havanna verbrannt wie jetzt ein Tibeter vor dem Treffen der Brics-Staaten. Und bis auf einen kurzen Zwischenfall während der Messfeier in Santiago de Cuba blieb es auch während des viertätigen Besuchs des Oberhaupts der katholischen Kirche auf der Insel ruhig – gespenstisch ruhig.

Denn eines muss man den Castro-Brüdern lassen: Mehr als zwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben die ältesten und mittlerweile letzten Diktatoren der westlichen Hemisphäre ihr Land fest im Griff. So fest, dass Kardinal Jaime Ortega, der Erzbischof von Havanna, Ende der vergangenen Woche die Sicherheitskräfte des Regimes herbeirief, um eine von Dissidenten besetzte Kirche räumen zu lassen. Die Botschaft des ranghöchsten kirchlichen Würdenträgers an die innerhalb wie außerhalb Kubas völlig zersplitterten Gegner des Castro-Regimes war unmissverständlich: Von Euch lassen wir uns das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen.

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1 Comment

  1. Das ist doch das übliche Spielchen. Die vatikanischen Religioten haben es doch zu allen Zeiten verstanden, sich mit den jeweils Herrschenden gut zu stellen. Den Vatikan interessiert doch die Freiheit des Volkes keinen Deut. Hauptsache, sie haben ihre eigene Machtposition gewahrt und abgesichert. Sozusagen als beruhigendes Zückerchen fürs Volk „erkämpfte“ sich der Vatikan in Kuba den Karfreitag als religiösen Feiertag. Billige Zückerchen verteilen und ausreichend Sand in die Augen des Volkes gestreut und alles bleibt danach so wie es schon immer war. Das ist Freiheit auf kubanische und vatikanische Manier.

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