Wie die katholische Kirche eine Professorin verhinderte


Ulla Wessels, Bild: humanisten.info

Sie bewarb sich auf den Lehrstuhl für Praktische Philosophie an der Universität Erlangen und wurde abgelehnt. Ulla Wessels glaubt, den Grund zu kennen: Sie ist keine Katholikin. Jetzt zieht sie vor das Bundesverfassungsgericht. Und sie ist nicht die einzige, die sich gegen den Pakt zwischen Kirche und Staat zur Wehr setzt.

Von Martina ScherfSüddeutsche.de

Diese Frau will es wissen. Sie will endlich Klarheit in ein undurchsichtiges Verfahren bringen und geht dafür durch alle Instanzen. Vor fünf Jahren hat sich Ulla Wessels auf den Lehrstuhl für Praktische Philosophie an der Universität Erlangen beworben und wurde abgelehnt – weil sie keine Katholikin ist, meint sie.

Denn die Stelle gehört zu einem Konkordatslehrstuhl: Der wird vom Staat finanziert, über seine Besetzung bestimmt aber letztlich der Bischof. 21 solcher – wohlgemerkt nicht-theologischer – Lehrstühle gibt es noch in Bayern, in Philosophie, Pädagogik und Gesellschaftswissenschaften. Und weil die Philosophin dies im 21. Jahrhundert für einen „Skandal“ hält, zieht sie nun vor das Bundesverfassungsgericht.

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2 Comments

  1. Wann endlich wird das antike, längst überholte Konkordat mit dem Vatikan und die Staatskirchenverträge mit den Evangelen gekündigt ? Es gibt Anzeichen dafür, dass sich die Piratenpartei dieser Frage annehmen wird. Es liegt zumindest ein Antrag vor, der die strikte Trennung von Religion und Politik einfordert. Anläßlich meines kürzlichen Besuches bei einem Stammtisch der Piratenpartei gewann ich den Eindruck, dass mindestens 80 % der Piraten bekennende Atheisten sind. Es existieren offenbar auch Querverbindungen zur Giordano Bruno-Stiftung und zu Skeptikern aus der GWUP. Zu meiner Überraschung waren beim fraglichen Stammtisch überwiegend akademische Berufe vertreten. So z.B. ein Stadtplaner, ein Architekt, dipl. Kaufleute und mehrere Leute aus der PC- und IT-Branche. Somit alles andere als obstruse Quertreiber oder Chaoten. Es meldete sich aber auch ein Esoteriker zu Wort, der sich als Kandidat für die in Stuttgart anstehende Oberbürgermeister-Wahl zu erkennen gab und der Piratenpartei beitreten will. Er erwähnte bei seiner Vorstellungsrede, dass er in England Wirtschafts-Astrologie studiert habe !!! Für mich ein Anlaß, mich gleich als erster Diskussionsredner zu seiner Vorstellung zu melden. Unnötig zu erwähnen, dass ich diesem Deppen gehörig den Kopf gewaschen habe. Danach verstummte er und hielt die Klappe.

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  2. Ich wünsche Ulla Wessels viel Erfolg in der Sache ❗
    Als Pragmatiker würde es mich aber sehr wundern, wenn sie durch den Filz unserer Politreliogotie durchstechen könnte. Es gibt genügend Erfahrung inwieweit das BVG von den bigottischen Politreligioten abhängig ist und wie manche sicheren Urteile mit dem Kreuz erschlagen wurden. Das schwarze Dreckspack hat unser Land sicher im Griff, leider.

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