Aufklärung evangelikal erläutert


Ein "Zeit"-Autor besuchte eine Woche lang das evangelikale Ferienfestival "Spring" und resümmiert: "Nein, es sind keine Extremisten und Fundamentalisten."
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Am letzten Donnerstag fand eine Veranstaltung der „Rosa Luxemburg Stiftung Rheinland-Pfalz“ in der Universität Trier statt mit dem Titel: „Die neuen Gegenaufklärer Christlicher Fundamentalismus in Deutschland“. Diese Christen, so wird da lanciert, seien „auf einem Kreuzzug gegen die (Post)Moderne“, im „Kampf gegen Darwin, die (sexuelle) Selbstbestimmung, die Aufklärung oder die Schulpflicht“.

pro Medienmagazin

Seltsam, welchen Begriff von Aufklärung die Veranstalter zu haben scheinen. Wie war das noch? Aufklärung ist doch, nimmt man einen ihrer wichtigsten Exponenten Immanuel Kant beim Wort, „der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit.“ Selber denken statt nur nachplappern!, lautet die Devise. Ein Gedanke, den schon der Augustinermönch Martin Luther populär machte, 250 Jahre vor Kant. Lest selber die Bibel! Glaubt nicht, was Euch ein Priester auf unverständlichem Latein vorbetet. Aufklärung ist keine Frage der Religion, sondern der Bereitschaft, seinen eigenen Kopf einzuschalten. Nur weil sich jemand als „aufgeklärt“ bezeichnet, liegt er weder mit seiner Meinung automatisch richtig, noch hat er das Recht, den Stempel „Gegenaufklärer“ auf jeden zu setzen, dessen Meinung ihm zuwiderläuft.

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