Dem „Neuen Atheismus“ fehlt der existenzielle Ernst


Bild: bistum-augsburg.de

Dem sogenannten „neuen Atheismus“, wie er etwa von dem Evolutionsbiologen Richard Dawkins propagiert wird, fehlt es an „existenziellem Ernst“. Dies unterstrich der deutsche Philosoph und Religionskritiker Franz Josef Wetz bei einem Vortrag am Donnerstag in Innsbruck.

kathweb

Die gegenwärtig „aggressive Religionskritik“ enthalte „nur wenig Neues“, sie langweile ihn gar, da ihre Emphase einzig der medialen Sensationslust geschuldet sei, so Wetz: „Die neue Religionskritik konnte nur darum eine hohe Aktualität gewinnen, weil sie wie Boxkämpfe und Krimis im Fernsehen einen hohen Unterhaltungswert besitzt“. Ihr mangele jedoch ein „existenzieller Hintergrund“, wie er noch die religionskritischen Klassiker von David Humes über Friedrich Nietzsche bis Sigmund Freud gekennzeichnet habe.

weiterlesen

6 Comments

  1. Leider war das Zitat Richard Feynman’s im letzten Absatz meines Kommentars über Wissenschaft“philosophie“ entstellend verunglückt. 😦

    Richtig zitiert wird daraus

    „Die Wissenschafts“philosophe“ ist für die Wissenschaftler wie die Ornithologie für die Vögel”.

    Gefällt mir

  2. Herr Wetz bewegt sich immer noch im geisteswissenschaftlichen Nirwana des 19. Jahrhunderts. Im Jahre 1870 kam mit der „Unfehlbarkeit“ eines lustig kostümierten vatikanischen Erdlings wohl noch eine andere christliche Narrenkappe hinzu. Der Dialog mutierte in eine Art gebildetes Entertainment für Eliten ohne Badenhaftung.
    😉

    Die erdrückende Evidenz von Relativität in der Physik, der Quantenmechanik und die wissenschaftliche Explosion der Evolutionsbiologie, haben diesen gebildeten Muff im 20. Jahrhundert endlich in die Bedeutungslosigkeit verwiesen. Gottsei Dank (?) wird in dieser Wissenschaft heute Klartext geredet und Richard Dawkins ist ein Glücksfall weil er unothodox argumentiert.

    Schade um die Millarden Euro an Steuergeldern, die in Europa immer noch in diesen theologischen (esoterischen) Unsinn verpulvert werden. Mit der Migration bleibt dies auch noch eine staatlich subventionierte „Wachstumsindustrie“. Die eingesparten Steuergelder der Solarförderung können wohl nicht anders sinnvoll eingesetzt werden, als für unmässige Lehrstühle der Theologie? 😉

    Der amerikanische Physiker und Nobelpreiträger Richard Feynman (1918-1988) der im Jahr 1965 mit zwei weiteren Physikern für seine Erklärung der Quantenfeldtheorie mit dem schwedischen Preis ausgezeichnet wurde, hat den „Dialog“ zwischen der Wissenschaftheorie und den Wissenschaftlern sarkastisch beschrieben:
    „Die Wissenschafttheorie ist für die Wissenschaftler wie die Ornithologie für die Vögel“.
    Quelle: Simon Sing, Big Bang, Seite 505, dtv
    😉

    Gefällt mir

  3. Wie oft bei Pauschalurteilen fehlt die Kenntnis dessen, was ihnen widerspricht. Es gibt sehr wohl neuen Atheismus, der auf sehr hohem philosophischem Niveau argumentiert (höherem als dem von Wetz), der ohne Aggression auskommt, und der so viel Neues enthält, das es Wetz noch nicht kennt. Wir empfehlen ihm dringend Theist – Atheist von Christoph Zimmer, http://www.zmm.cc, free download.

    Gefällt mir

  4. Zu der Äußerung des Herrn Wetz fehlen einem die Worte. Einziger Kommentar:“ Der hat´se doch nicht mehr alle!

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.