Die Madonna und der Ketzer


Die Mariensäule auf dem Altstädter Ring in Prag war ein Maria geweihtes Standbild auf einer Säule. Bild: wikipedia

Der Katholizismus ist den meisten Pragern suspekt. Und doch könnte bald eine Mariensäule in die gottesferne Stadt zurückkehren.

Von Hans-Jörg SchmidtSÜDWEST PRESSE

Seit fast 100 Jahren thront auf dem zentralen Prager Altstädter Ring nur ein überdimensionaler „Ketzer“ Jan Hus als Symbol des tschechischen Protestantismus. Der wird in Tschechien verehrt und dient bis heute als Ausdruck böhmischer Rebellion gegen die 300-jährige katholische Übermacht aus Wien. 1915, an seinem 500. Geburtstag, wurde für Hus besagtes Denkmal enthüllt. 1918, als sich die Tschechen von Habsburg lossagten, schleiften sie lustvoll die benachbarte katholische Mariensäule. Einer der „Drahtzieher“ war Frantisek Sauer, ein enger Freund des anarchistischen Schriftstellers Jaroslav Hasek, der den braven Soldaten Schwejk erfand. Mit dem Abriss der Mariensäule sollte der Schlussstrich unter die „Knechtschaft“ der Habsburger gezogen werden.

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1 Comment

  1. „Mariensäule“??? Warum erst zum Schmidtchen, lieber gleich zum Schmidt. Ein Denkmal von (Karel) „Gott“ wäre wahrhaftiger. 😉

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