Staat und Religion


Bild: bundestag.de

Als kürzlich ein junger Deutscher zum Islam konvertierte, fragten seine Freunde: „Wieso willst du jetzt Türke werden?“

DER TAGESSPIEGEL

Das ist nur ein Beispiel dafür, dass wir als Gewohnheitschristen oder als Religionslose oft gar nicht verstehen, was sich kulturell unter unseren Augen verändert, weil aus unserer Sicht Religion und Kultur noch immer zusammengehören wie Pech und Schwefel. Wer zum Islam übertritt, so eine verbreitete Sicht, der wechselt auch seine Kultur. Warum glauben das die meisten? Weil es bis vor einigen Dekaden ja so zu sein schien, jedenfalls oberflächlich betrachtet: Länder, manchmal ganze Kontinente waren charakterisiert durch eine Religion, eine Kultur, eine Nationalität.

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2 Comments

  1. @Argus7 – Religionen als historisches Beispiel für Dummheit und Verdummung der Menschheit heran zu ziehen, halte ich für etwas arg polemisch. Vielmehr sind Religionen Ausdruck von Unsicherheit und Ängsten und dem mangelnden Vertrauen in die Rationalität der Menschheit. So sehen viele Gläubige in der Religion einen Bezugspunkt, der nicht weiter hinterfragt werden muss, an den man sich wenden und an dem man sich festhalten kann, wenn einen sonst niemand hält. Gleichzeitig finden sich immer wieder Menschen mit dem einfach Streben nach Zugehörigkeit und der Angst vor dem Allein sein, in religiösen Gruppen ein. Da ist es uninteressant, ob man über das Christentum, Judentum, Buddhismus, Islam oder Pastafari spricht. Im Gegenteil. Genau dies zeigt, dass Menschen nach wie vor dem Unbekannten, dem Nahegebrachten, dem Niedergeschriebenen und Weitererzählten Schöpfer oder Heilsbringer mehr Vertrauen entgegen bringen, als denen, die direkte Verantwortung tragen. Selbst ganze Regime lassen sich in Manier von Religionsführern von den Massen pushen und tragen. Ganz egal wo.

    Der einzige Unterschied bei all diesem Religionsthema ist doch vielmehr das, inwiefern sich Menschen durch ihren „Glauben“ instrumentalisieren lassen. Vor allem, inwiefern sie sich dazu instrumentalisieren lassen, nicht einfach nur nach ihrem Glauben zu denken, sondern tatkräftig danach zu handeln, zu missionieren, zu infiltrieren.

    Zum Artikel selbst: Gesellschaften haben ihre Ursprünge nun einmal aus unaufgeklärtem religiösen Herdenverhalten von Bevölkerungsgruppen. Somit ist es verständlich und logisch, dass Religion und Kultur in gewissem Maße zusammen gehören. Nicht umsonst bildeten Gesellschaften ihre Wertesysteme über Religionen aus. So sind die mitunter wichtigsten Werte unserer Gesellschaft fast identisch mit den 10 Geboten.

    Dass man sich Sorgen um die kulturelle Weiterentwicklung eines Mitmenschen macht, wenn sich dieser zu einer gänzlich anderen Religion, zur Religion eines im Wesentlichen anderen Kulturkreis bekennt, ist insofern durchaus nachvollziehbar. Natürlich sollte man hier nicht vorverurteilen oder gar abgrenzen – doch zu hinterfragen ist wichtig und richtig.

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  2. Kein Zweifel ! Die Geschichte der Religionen ist ein beredtes Beispiel für die Verblödung der Menschheit ! Dazu bedarf es keiner Anführung von Beispielen und Beweisen. Diese liefert uns das aktuelle Geschehen in breiter Fülle.

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