„Wir sind gottlos, aber Gott noch nicht losgeworden“


Provokante Thesen, gut verständlich präsentiert: Franz Josef Wetz‘ jüngstes Buch heißt „Lob der Untreue. Eine Unverschämtheit“. Foto: Böhm

Ein atheistischer Theologe, der traurig über seinen Glaubensverlust ist, und ein Philosoph, der über guten Sex und die wundesten Punkte unserer Kultur nachdenkt: Franz Josef Wetz.

Von Irene HeiszTiroler Tageszeitung

Sie haben in Innsbruck an der Theologischen Fakultät über Atheismus referiert. Was interessiert Sie mehr: Warum Menschen glauben oder warum jemand nicht glaubt?

Franz Josef Wetz: In erster Linie interessiert mich, wie jemand dazu kommt, überhaupt zu fragen, ob er glauben soll oder nicht. Der gleichgültige Christ ist genauso uninteressant wie der gleichgültige Atheist, mich interessiert der suchende, ruhelose, des Gelingens seines Lebens nicht sichere Mensch.

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2 Comments

  1. „Sie werden nicht wie Götter sein, denn keine Götter, die wir uns vorstellen können, haben je über die Kräfte verfügt, die diese Wesen besitzen werden.“

    Sir Arthur Charles Clarke (Profile der Zukunft)

    Götter sind durch Schöpfungsmythen im kollektiv Unbewussten einprogrammierte, künstliche Archetypen zur Anpassung eines Kulturvolkes an eine noch fehlerhafte Makroökonomie durch selektive geistige Blindheit. Die Arbeitsteilung erhob den Menschen über den Tierzustand und die Qualität der makroökonomischen Grundordnung bestimmt den Grad der Zivilisiertheit, die der Kulturmensch erreichen kann. Ist die Makroökonomie noch fehlerhaft, bedarf es der Religion (Rückbindung auf künstliche Archetypen), um diese Fehler aus dem Bewusstsein zu streichen.

    Die Religion birgt wiederum die Gefahr, sich zu verselbständigen (Cargo-Kult), wenn es niemanden mehr gibt, der ihre wahre Bedeutung noch kennt. Die Fehler der Makroökonomie können dann solange nicht behoben werden, wie der Cargo-Kult andauert, selbt wenn das Wissen längst zur Verfügung steht, um die ideale Makroökonomie und damit allgemeinen Wohlstand und den Weltfrieden zu verwirklichen:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

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  2. Wie will denn ein Atheist, der traurig ist über seinen Glaubensverlust, anderen suchenden, ruhelosen und des Gelingens ihres Lebens nicht sicheren Menschen, weiterhelfen? Und zu welchem Preis? (Schließlich muß er ja auch für seine Brötchen sorgen.) Möglicherweise könnte er vielleicht selbst Hilfe brauchen?

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