Bayern: Gewinner des Dodos April 2012


Dodo des Monat April 2012

Bayernhymne:
Gott mit dir, du Land der Bayern,
deutsche Erde, Vaterland!
Über deinen weiten Gauen
ruhe Seine Segenshand! […]

Reicht eigentlich. Damit ist alles gesagt. Diese Zeilen bayrischer Dichtkunst sind auch noch durch den § 90a StGB (Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole) geschützt. Der allmächtige Gott der Katholiken bedarf eines deutschen Strafgesetzbuches um geschützt zu werden. Gott, deutsche Erde(bayrisch), Vaterland und die ach so weiten Gaue, die mal weiter waren, werden traditionalistisch, wertkonservativ behütet. Die Bayern, voran die Landesregierung versteht da keinen Spaß, so wird eine ganze föderale Gesellschaft immunisiert. Bayern ist Gott, der römische Vize-Gott ist ja auch einer von ihnen. Doch der Reihe nach.

Mit dem Sturz der bayrischen Monarchie 1918 endete das Bündnis von Thron und Altar. Die Regularien zwischen dem Heiligen Stuhl in Rom und dem bayrischen König, im Konkordat von 1817 festgeschrieben, waren ungültig. Die Knechte sind aufmüpfig geworden und die Weimarer Reichsverfassung hatte die kirchenregimentlichen Besetzungsrechte der alten Monarchien in Deutschland beseitigt. Nuntius Pacelli drängte auf ein neues Konkordat. Er forderte einen Konkordatslehrstuhl für je eine Professur in Philosophie und Geschichte. Katholisch-Theologische Fakultäten an den bayerischen Hochschulen sollen staatlicherseits garantiert werden. Für die Berufung all dieser Professoren der Fakultät solle der katholischen Kirche ein Einspruchsrecht in der Art eines Nihil obstat eingeräumt, so dass auf eine Berufung bei kirchlicher Beanstandung verzichtet wird. Weiterhin forderte er Gesetze gegen die tote Hand abzuschaffen, sowie Eigentumsrechte an bisher kirchlich genutzten staatlichen Immobilien frei übertragen zu dürfen, jedoch unter Beibehaltung der staatlichen Baulast oder gegen eine entsprechende Ablösung. Auch sorgte er sich um die Erhebung von Kirchensteuern und deren Einziehung durch die Finanzämter.

All das ist heute in Bayern noch geltendes Recht. Das Konkordat zwischen Bayern und dem Heiligen Stuhl wurde im März 1924 unterzeichnet. Unter diesen Bedingungen wird seitdem in Bayern geboren,gelebt und gestorben und wenn es nach dem Willen der Schwarzkittel ginge könnte es bis zum „jüngsten Gericht“ so bleiben.
Die Regelungen für die Sonn-und Feiertage werden verfassungsrechtlich durch Artikel 139 Weimarer Reichsverfassung und Artikel 140 Grundgesetz bestimmt. Dort heißt es simpel: „Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt.“
Die Festlegung der Feiertage erfolgt grundsätzlich durch die zuständigen Länder. Die Länder haben hier weitestgehende Gestaltungsfreiheit. In Bayern nun hat die römisch-katholische Kirche mit rund 55% Bevölkerungsanteil das Sagen. Anachronistische Feiertage werden entsprechend geregelt und als „still“ erklärt. Der Rest der Bevölkerung muß sich dem fügen. 65 Millionen Euro erhalten die Staatsbettler der RKK als Dotationen vom bayrischen Staat, die Luther-Fans rund 21 Millionen. Wohlgemerkt, aus dem allgemeinen Haushalt, Muslime, Juden, Buddhisten, Hindus und die Ungläubigen nicht zu vergessen, zahlen dem parasitären Pfaffenklüngel mit ihren Steuergeldern die soziale Hängematte.

Schachspieler sind laut, führen Krieg auf ihren Brettern, denken an ihre Taktiken und Strategien, loten den Gegner aus. Das ist in Bayern nicht gottgefällig. Weil solche Menschen nicht die Zeit haben, an Gott zu denken, wenn der bayrische Gesetzgeber es vorsieht. Und ein sozialdemokratischer Oberbürgermeister, eines mittelfränkischen Kaffs, überlässt der Kirche die Entscheidung darüber, ob ein Schachturnier stattfindet oder nicht. 200 Jahre Aufklärung schließen die Retardierung von Vernunft, Plausibilität nicht aus. Was für ein Idiot, dieser Bürgerlümmel. Ist zu befürchten, dass in unserer Dienstleistungs-und Freizeitgesellschaft demnächst keine Flugzeuge, Züge, Busse, Privatwagen mehr fahren dürfen, weil ein hellgesichtiger Theologe herausgefunden hat, wann Josef dem Jesu-Babylein die Nabelschnur durchbissen hat.
Kirchturmuhren dürften dann Karfreitags auch nicht weltlich die Stunden läuten, die sind wesentlich lauter als jede Schach-Community.

Den Katholiken geht es um das Prinzip der Wirksamkeit ihres katholischen Glaubens. Man darf fast alles, solange man sich an die katholischen Spielregeln hält, so wie ein bayrischer Ministerpräsident Fremdblüten bestäubt, einer anderer wiederum die deutsche Sprache um äh in in äh in äh erweitert, man kauft unsichere Kampfflugzeuge und amigoht sich so durch das Leben. Die Beichte bei den gefälligen Pfaffen sichert den politischen Fortbestand.

Mit einem Zitat von Franz Josef Strauß möchte ich zum Abschluß kommen:

Franz Josef Strauß:

„Weltanschauungen sind dogmatische Bastarde, gezeugt aus ungeduldiger Quasi-Religiosität, die gleichsam die Apokalypse nicht erwarten kann“.Anlässlich der Verleihung der Kultur- und Sozialpreise 1982 der Bayerischen Landesstiftung (ACSP, NL Strauß Slg. Kray RA 82/106)

Bayern als erstes Bundesland mit einem Dodo. Herzlichen Glückwunsch, dort feiert die religiöse Idiotie fröhliche Urstaänd.

3 Comments

  1. In Bayern ist die Religion ein Relikt aus der Zeit, als es weder Radio, Kino, Fernsehen, Computer, Fußball, BMW´s und Audi´s und auch noch keine Autobahnen und den Tourismus gab. Da hat die Evolution seither an bajuwarischen Gehirnen schon etliches, fortschrittliches zustande gebracht. Der Teil des Großhirns, der für religiöse und sonstige spinnerten Angelegenheiten zuständig ist, wurde bei den „echten, wie auch zuagroasten, Zwockeln“ leider weniger berücksichtigt. Aber keine Panik, noch ist Bayern nicht verloren. Die Welt geht wahrscheinlich erst in ein paar Milliarden Jahren so richtig unter. Bis dahin heißt es, im Sinne vom Engel Aloisius: „Und no´ a´ Maß und no´ a´ Maß…“.

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  2. Gehört denn Bayern überhaupt zu Deutschland ? Ich dachte immer, dass kurz hinter Ulm der (katholische) Balkan beginnt !

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