Konkordatslehrstühle: Kirche macht Staat


Eng verbunden. Um der katholischen Kirche Einfluss auf die Wertevermittlung zu sichern, erlaubte ihr Bayern vor Jahrzehnten die Mitsprache bei bestimmten Berufungen. – Im Bild… – Foto: picture-alliance/ dpa

In Bayern redet der Bischof bei 21 weltlichen Lehrstühlen mit, unter anderem für Erziehungswissenschaften und Philosophie. Jetzt klagt eine Professorin dagegen vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

Von Anna-Lena ScholzDER TAGESSPIEGEL

Zu den höchsten Gütern der deutschen Scientific community gehört die viel zitierte Freiheit in Wissenschaft, Forschung und Lehre – siehe Grundgesetz Artikel fünf, Absatz drei. Und damit diese Freiheit bei der universitären Stellenbesetzung gewahrt bleibt, sichert Artikel 33 zu, dass die Zulassung zu öffentlichen Ämtern „unabhängig vom religiösen Bekenntnis“ zu geschehen habe: „Niemandem darf aus seiner Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einem Bekenntnisse oder einer Weltanschauung ein Nachteil erwachsen.“ Eine kleine aber intrikate Besonderheit an bayrischen Universitäten rückt diese Grundsätze nun ins Blickfeld des Bundesverfassungsgerichts: die sogenannten Konkordatslehrstühle.

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2 Comments

  1. @ rhenus

    Ich stimme Dir vollumfänglich zu. Du hast lediglich vergessen, die diversen Staatskirchenverträge mit den Evangelen zu erwähnen.

    Ein Staatskirchenvertrag ist ein Vertrag zwischen einem Staat (Nationalstaat oder Gliedstaat, wie insbesondere einem Land der Bundesrepublik Deutschland) und einer Religionsgemeinschaft. Soweit es sich um eine nicht-christliche Religionsgemeinschaft handelt, wird mitunter auch (mehrdeutig) von einem Staatsvertrag gesprochen (etwa Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Zentralrat der Juden in Deutschland).

    Staatskirchenverträge mit der römisch-katholischen Kirche, genauer: mit dem Heiligen Stuhl, heißen Konkordate (lateinisch concordatum, „Vereinbarung, Vertrag“). Nach strengem römischem Sprachgebrauch schließt der Papst ein Konkordat nur mit einem katholischen Staatsoberhaupt, während die Verträge mit nicht-katholischen Regierungen Konventionen heißen.

    Staatskirchenverträge mit nicht-katholischen Religionsgemeinschaften, insbesondere mit evangelischen Kirchen, bezeichnet man dagegen als Kirchenverträge. (Quelle: Wikipedia)

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  2. Die öffentliche Verwaltung Bayerns (und Deutschlands) sind immer noch Objekte undemokratischer KnebelungsVerträgen zugunsten des Römischen Operettenstaat von Mussolini’s Gnaden, Vatikan. Dass Deutsche Bischöfe heute immer noch auf verfassungswidrigen Privilegien herumreiten – die ihre Vorgänger 1933 noch „Mit Deutschem Gruß“ entgegennahmen – ist ein Skandal.

    Es ist höchste Zeit, das sogenannten Reichskonkordat aus der „Braunen Zeit“ endlich „ad acta“ zu legen, um den Bischöfen jeden weiteren Vorwand zum Verfassungs- bzw. EU Rechtsbuch zu nehmen….

    Ob das wohl mit dem Motto „den Aubruch wagen“ auf diesem Mannheimer Katholikentag gemeint ist? ;-).

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