Reformen sind nicht gleich Protestantisierung


Vom 16. bis 20. Mai 2012 werden viele aktuelle gesellschaftliche und innerkirchliche Fragen auf dem 98. Deutschen Katholikentag in Mannheim diskutiert. Rund 60.000 Glaeubige werden zum groessten Laientreffen der Katholiken in Deutschland erwartet. Der rote Rucksack stellt das Symbol der Veranstaltung dar. ©DAPD

Der Katholikentag ist die erste große Etappe auf dem Weg zu einem innerkirchlichen Dialog. Hier wird sich zeigen, ob sich eine Aufbruchsstimmung entwickelt, welche die bleierne Zeit überwindet.

Von Gernot FaciusWELT ONLINE

Jedes Event hat sein Symbol. Beim 98. Deutschen Katholikentag in Mannheim mit dem etwas ungelenken Motto „Einen neuen Aufbruch wagen“ ist es ein roter Rucksack. Das robuste Gepäck versinnbildlicht in seiner Schlichtheit das Konzilswort vom pilgernden Gottesvolk, die Botschaft: Kirche in ihrer tradierten Sozialgestalt ist nicht das letzte Wort. Pilgerschaft ist immer Bewegung und Erneuerung.

Die katholische Kirche in Deutschland müht sich seit Monaten, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals sind im Jahr 2010 mehr als 180.000 Katholiken ausgetreten. Es ist nicht zu viel gesagt: Ohne diese Erschütterungen hätten sich die Bischöfe nicht zu dem Dialogprozess über den Reformstau durchgerungen.

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1 Comment

  1. Gibt es nach all den unzähligen Mißbrauchsfällen mit Kindern denn tatsächlich immer noch Menschen, die sich als Mitglied dieser Kinderficker-Sekte bekennen ? Was muß denn noch alles geschehen, bis diese Leute die Konsequenzen aus den verbrecherischen Aktivitäten dieser Sekte ziehen und mit ihrem Austritt bestrafen ? Denn, wer aus diesen Verbrechen keine Konsequenzen zieht, macht sich mitschuldig !

    Spätestens nach dem 2. Weltkrieg haben selbst ehemalige, überzeugte Nazis ihren Irrtum erkannt und dem Nationallsozialismus (bis auf wenige unrühmliche Ausnahmen) den Rücken gekehrt. Die gleiche Konsequenz würde man sich von den Noch-Katholiken wünschen, wenn sie sich an diesen Verbrechen an Kindern nicht mitschuldig machen wollen.

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