Theologe wirft Kardinal Brandmüller „Geschichtsvergessenheit“ vor


Prof. Jan-Heiner Tück. Bild: BRαlpha

Brückenschlag für Piusbrüder durch „abgestufte Verbindlichkeit“ der Konzilsdokumente ist bedenklich

kathweb

Einem Kirchenhistoriker eine „betrübliche Geschichtsvergessenheit“ vorzuwerfen ist mutig. Wenn der Betroffene auch noch ein Kardinal ist, wird die Sache spannend: so geschehen in der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ, Samstag), in der der Wiener Dogmatiker Prof. Jan-Heiner Tück dem früheren Präsidenten der päpstlichen Kommission für die Geschichtswissenschaften, Kardinal Walter Brandmüller, angesichts dessen Deutung der Konzilsdokumente scharf kritisierte.

Anlass der Wortmeldung Tücks waren Äußerungen Brandmüllers, der sich angesichts der laufenden Verhandlungen mit den Piusbrüdern mit dem Hinweis zu Wort meldete, dass den Konzilsdokumenten – vor allem jenen über die Religionsfreiheit und das Verhältnis zum Judentum – eine unterschiedliche Verbindlichkeit für die Gläubigen zukomme. Damit hatte sich Brandmüller auf Rückfrage von Journalisten in der Vorwoche bei einer Buchpräsentation in Rom gegen die von Kardinal Kurt Koch betonte „zwingende Verbindlichkeit“ eben dieser Konzilserklärungen („Nostra Aetate“ und „Dignitatis Humanae“) gewendet.

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