Freidenker für eine Kultur des realen Humanismus und der Vernunft


Freidenkerkongress in Nürnberg, Bild: redglobe

Am Wochenende kamen die Delegierten der Landesverbände des Deutschen Freidenker-Verbandes (DFV) zu ihrem Verbandstag in Nürnberg zusammen, dem höchsten Gremium der sich als Weltanschauungsgemeinschaft, Interessenvertretung konfessionsfreier Menschen und Kulturorganisation verstehenden Organisation.

Von Leonardo LöweRedGlobe

Der Kongress betonte die Notwendigkeit, der herrschenden Politik zur Zerstörung von Humanität und Vernunft mit weltanschaulicher Aufklärung entgegenzutreten. Die Freidenker folgen dabei der von Karl Marx formulierten Aufgabe einer »Philosophie im Dienste der Geschichte«, »nachdem die Heiligengestalt der menschlichen Selbstentfremdung entlarvt ist, die Selbstentfremdung in ihren unheiligen Gestalten zu entlarven«.

Die Krise des Kapitalismus verursache nicht nur ökonomische und soziale Verwüstungen, sondern bewirke weltanschaulich wachsenden Irrationalismus und kulturell eine breite Entzivilisierung, so der DFV. Dazu zähle, Beschäftigte und Erwerbslose mit nationalistischen Parolen in Deutschland und Griechenland, Frankreich und Portugal oder in anderen Ländern gegeneinander aufzuhetzen. Dafür stehe weiter die Tendenz, soziale Gruppen nach Maßstäben kapitalistischer Nützlichkeit, Verwertbarkeit und Effizienz zu sortieren bzw. »Nutzlose« und »Ineffiziente« auszusortieren. »Eine Gesellschaft mit solchen Chefideologen braucht keine Nazis mehr«, stellte der Verbandsvorsitzende Klaus Hartmann in seinem Bericht fest.

weiterlesen