Blutleerer Buddhismus


Ein freundliches Gesicht, aber nicht ganz von dieser Welt: Der Dalai Lama. (Bild: AFP)

Die Krise der christlichen Kirchen in den westlichen Ländern manifestiert sich in den aktuellen Skandalen. Imageprobleme und bröckelnde Glaubwürdigkeit führen zu vermehrten Austritten. Die Zahlen aus Zürich demonstrieren die Tendenz eindrücklich: Waren 1970 noch 94 Prozent Mitglied einer Landeskirche, sind es heute nur noch 62 Prozent.

Von Hugo StammTages Anzeiger

Werden die Abtrünnigen Agnostiker oder Atheisten? Wohl nur eine kleine Minderheit. Denn die Summe der religiösen Bedürfnisse nimmt kaum ab. Vielmehr basteln viele ihre eigene Heilslehre aus übersinnlichen Versatzstücken, in erster Linie esoterischen. Oder sie werden bekennende Buddhisten. Der Hype um den Dalai Lama, der bei Auftritten im Westen als Gott-König verehrt wird und von hohen Politkern empfangen, macht die Faszination gegenüber dem Buddhismus deutlich.

Der Buddhismus hat zweifellos ein freundliches Gesicht. Er ist keine eigentliche Religion, sondern eher eine spirituelle Weltanschauung oder ein Lebensweg. Sympathisch ist auch, dass die Buddhisten ohne Gott auskommen. Der historische Buddha hat richtig erkannt, dass Gier, Hass und Verblendung die Menschen antreibt. Und dass diese drei Attribute viel Leid in die Welt bringen. Heute müsste die Liste noch durch die Macht ergänzt werden.

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