Der Tod Gaddafis hat alles ins Rollen gebracht


Bild: qantara.de

Als Ende März in Mali eine Gruppe von Unteroffizieren den Präsidenten Amadou Toumani Touré stürzte, gelang es im folgenden Machtvakuum Tuareg-Rebellen und der islamistischen Gruppe Ansar Dine innerhalb weniger Tage, den gesamten Norden des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen. Während die Tuareg einen eigenen Staat ausriefen, verhängte Ansar Dine in den von ihr kontrollierten Gebieten die Scharia. Ulrich von Schwerin hat sich mit dem Entwicklungshelfer Henner Papendieck über die Lage in Mali unterhalten.

Von Ulrich von SchwerinQantara.de

Sie waren zum Zeitpunkt des Putsches am 22. März selbst in Bamako, der Hauptstadt Malis. Wie haben Sie den Putsch erlebt?

Henner Papendieck: Als ich Mitte März ankam, lag das bereits in der Luft. An dem Tag, als der Putsch stattfand, saßen wir beim nationalen Polizeichef. Während des Gesprächs fingen die drei Telefone auf seinem Schreibtisch immer schneller an zu klingeln. Irgendwann sagte ich, Monsieur le Commissaire, wir sind wohl gerade zu einem sehr unpassenden Moment gekommen. Letztlich war das aber gar nicht als Putsch geplant. Das war eine Meuterei, die mangels Widerstand zum Staatsstreich wurde und das System implodierte.

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