Kirche entlässt zu Unrecht – Staat muss zahlen


Organist am Spieltisch, Bild: wikipedia

Ein Essener Kirchenmusiker, dem wegen seines Privatlebens gekündigt worden war, muss eine Entschädigung von 40 000 Euro erhalten. Das entschied am Donnerstag der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. In der Sache hatten die Straßburger Richter schon vor zwei Jahren entschieden. Die Kirche hatte den Chorleiter einer katholischen Gemeinde wegen einer außerehelichen Beziehung entlassen – zu Unrecht, hieß es in dem Urteil vom September 2010. Die Kirche habe damit gegen die Achtung der Privatsphäre verstoßen. Um die Höhe der Entschädigung festzulegen, hatte sich der Gerichtshof Bedenkzeit gegeben. Der Chorleiter hatte sich 1994 von seiner Frau getrennt und lebte mit einer Gefährtin zusammen. Er hatte gegen seine Kündigung geklagt und war von deutschen Arbeitsgerichten abgewiesen worden. Die Arbeitsgerichte hätten jedoch lediglich die Argumentation der Kirche übernommen, befanden die Straßburger Richter. dpa

1 Comment

  1. Deutsche ArbeitsGerichte funktionieren also – wie im Mittelalter- als Vollstrecker kirchlicher Willkür. Die Kirchen verfolgten damals sogenannte Hexen und überführten diese -unter der Folter- der „Komplizenschaft mit dem Teufel“….und der Staat brachte diese armen Menschen dann für die Amtskirche willfährig um.

    Es ist ein Skandal, dass im 21. Jahrhundert deutsche Arbeitnehmer beim Straßburger Gerichtdhof für Menschenrechte klagen müssen, um das EU Diskriminierungsverbot auch beim Arbeitgeber Kirche durchzusetzten. Bananenstaat Bundesrepublik Deutschland !!

    …sehen so die von Politikern in Sonntagsreden beschworenen christlichen Wurzeln unserer Kultur aus?

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