Religiöse Konkurrenz für Hindu-Nationalisten


Angehörigen der niedrigsten Kaste sind in Indien noch immer benachteiligt und ausgegrenzt. Um dem Stigma zu entrinnen konvertieren viele zum Christentum. (Bild: picture alliance / dpa)

In Indien wird Religionsfreiheit durch die Verfassung garantiert. Doch auf dem Subkontinent fordern radikale Hindu-Nationalisten: Indien den Hindus. Da viele gesellschaftlich ausgegrenzte Inder zum Christentum übertreten, sind christliche Gemeinden zunehmend Opfer der Angriffe von radikalen Hindus.

Von Katharina NickoleitDeutschlandfunk

Die große Herz-Jesu-Kathedrale in Delhi ist bis auf den letzten Platz besetzt. Ventilatoren drehen sich an der Decke, doch in der tropischen Hitze verschaffen sie den Gläubigen kaum Kühlung. Das Innere der ältesten katholische Kirche der Hauptstadt ist schlicht gehalten, auf den weißen Wänden wurden lediglich einige geschnitzte Bildnisse mit biblischen Szenen aufgehängt. Es wirkt fast so, als wolle man nicht mit allzu viel Prunk die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Die Fürbitte für verfolgte Christen kommt noch vor der für die Hungernden und Kriegsopfer. Dass sie als gläubige Christen nie ganz sicher sein können, ob und wann das nächste Mal eine Welle von Hass auf sie zurollt, verunsichert die Mitglieder der katholischen und evangelischen Gemeinden Indiens. Eine Gottesdienstbesucherin beschreibt die Angst, mit der Christen hier leben:

„Es kommt immer wieder vor, dass wir von radikalen Hindus in Sprechchören angeschrien werden, dass sie Schulen zerstören oder dass Nonnen vergewaltigt werden. Wenn ich daran denke, fühle ich mich schlecht.“

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