»Religion wirds auch in 100 Jahren noch geben«


Die Hände zum Gebet gefaltet – ein Bild, das auch in der Schweiz nicht so schnell verschwinden wird. (Bild: Keystone/AP/Thomas Lohnes)

Glaubens-Experte Christoph Bochinger weiss, warum Debatten über Religion hitzig sind, obwohl immer weniger Leute glauben – und wie aus «Albanern» «Muslime» wurden.

Von Simon Hehli20 minuten online

Herr Bochinger, die Debatte um Kreuze auf Berggipfeln und in Schulzimmern wirft in Leserforen und Leserbriefspalten hohe Wellen. Religion ist offenbar ein kontroverses Thema.
Ja, das hat auch unser Forschungsprojekt gezeigt. Gipfelkreuze sind in weiten Kreisen als kulturelles Symbol akzeptiert. Bei den Kreuzen in Schulzimmern sieht es schon anders aus, weil sie eindeutiger eine religiöse Botschaft haben. Selbst viele Leute, die Kirchenmitglieder sind, haben mit Kreuzen in öffentlichen Gebäuden Mühe. Andererseits pochen viele Personen darauf, dass die Schweiz christliche Wurzeln hat. Solche Konstellationen führen zu heftigen Debatten.

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3 Comments

  1. @emporda

    …man fährt mit dem Rad an den Baggersee…

    Sofern man sich die aus synthetischem Kautschuk (Kunststoff!!) hergestellten Reifen (Schläuche und Mäntel) dann noch leisten kann 😉

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  2. In 100 Jahren sind die fossilen Energieträger aufgebraucht, Kunststoffe kann sich niemand mehr leisten, Urlaub in fernen Ländern ist out, man fährt mit dem Rad an den Baggersee.

    In der Religiotie mit Göttern, Engeln und Dämonen wird der größte Betrüger oder skrupelloseste Lügner zum Oberhirten. Etwa 25% der Menschen stellen weder den Oberhirten noch seine Eignung in Frage. Für Religioten ist eine Demokratie undenkbar, ihr genetisches Erfolgsmodell ist die Clangesellschaft mit Despotismus und Vetternwirtschaft.

    Demokratie ist dagegen neu auf der Basis von Wissen, Toleranz und freiem Willen. Die selbst ernannten Oberhirten kaschieren ihre Unfähigkeit mit all-wissend, all-gütig und dem Auserwählt-Syndrom als wahnhafte Paranoia. Der Despotismus unterbindet freies Denken und Handeln, eine friedliche Gesellschaft diverser Kulturen ist unmöglich. Diskriminierung, soziopathische Perversion, Mord, heilige Kriege, Ausbeutung und Diskriminierung Dritter gilt als „gute Tat“ von Gott gewollt.

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  3. Kein Zweifel, das Religiotentum wird sich noch geraume Zeit halten. Solange der Widerspruch zwischen Glauben und Wissen selbst durch profunde Aufklärung (nicht Missionierung) nicht aufzulösen ist, wird sich religiotisches Gedankengut nicht aus den Köpfen gutgläubiger Menschen vertreiben lassen. Religion bietet nun mal die denkbar „billigste“ Lebenshilfe-Lösung an. Man muß nur daran glauben und braucht nicht allzuviel nachzudenken. Eine atheistische Anleitung zur Lebenshilfe gibt’s nicht als Billigangebot, man muß sie – jeder für sich selbst – eigenständig erarbeiten. Für große Teile der gutgläubigen Menschheit ein viel zu anstrengender Prozeß. Diese Leute lassen sich lieber ein „X“ für ein „U“ vormachen und werden somit zu leicht manipulierbaren Herdentieren.

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