Tag der Lehre widmet sich der Wissenschaftlichkeit in der Medizin


Bild: Uni Paderborn

Universitätsmedizin Mannheim

Junior Scientific Masterclass fördert Interesse an der Wissenschaft und verbessert medizinische Promotion Im Jahr 2002 wurde an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg das Junior Scientific Masterclass Fokko van der Woude-Kolleg eingerichtet, um ausgewählte junge Mediziner für die klinische Forschung zu begeistern. Der diesjährige Tag der Lehre, den die Mannheimer Medizinfakultät am kommenden Freitag, den 6. Juli 2012 ausrichtet, nimmt das zehnjährige Bestehen der Masterclass zum Anlass, sich mit der Wissenschaftlichkeit in der Medizinerausbildung auseinanderzusetzen.

Warum ist die Wissenschaftlichkeit in der Medizin nach wie vor ein brisantes Thema? Zum einen, weil die wissenschaftliche Wertigkeit der medizinischen Promotion angezweifelt wird. Zum anderen, weil immer weniger junge Ärzte Interesse an der klinischen Forschung haben. Der sich abzeichnende Ärztemangel in der kurativen Medizin macht sich noch deutlicher in der klinischen Forschung bemerkbar.

Die mangelnde Begeisterung junger Mediziner für die Wissenschaft erklärt sich einerseits mit den unbefriedigenden Karriereperspektiven für Wissenschaftler in der Hochschulmedizin. Zum anderen werden die Studierenden nicht an wissenschaftliches Arbeiten herangeführt. Die curriculare Medizinerausbildung fokussiert primär auf die praktische ärztliche Tätigkeit.

Ohne Forschung jedoch kein Fortschritt in der Medizin. Die universitäre Medizin erhebt den Anspruch, wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar der Versorgung der Patienten zugute kommen zu lassen. Das setzt voraus, dass die jungen Mediziner eine entsprechende wissenschaftliche Ausbildung genießen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat sind sich einig, dass Studierende frühzeitig in die Forschung eingebunden und für diese strukturiert ausgebildet werden sollten. Als die DFG den medizinischen Fakultäten im Jahr 2010 einen Katalog von Empfehlungen zur Entwicklung der wissenschaftlichen Medizin an die Hand gab, war die Medizinische Fakultät Mannheim bereits weit fortgeschritten in ihrem Bemühen, wissenschaftlichen Nachwuchs durch besondere Programme zu fördern und Anreize für eine spätere Forschertätigkeit zu setzen, die der curriculare Pflichtunterricht im Medizinstudium vermissen lässt.

Das modular gestaltete Medizinstudium nach dem Mannheimer Reformierten Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe (MaReCuM) sieht drei neigungsorientierte Qualifizierungswege vor, von denen einer das Wahlfach Forschung ist. Interessierte Studierende können bereits ab dem zweiten Studienjahr ihren Schwerpunkt in Richtung klinische Forschung entwickeln. Im Rahmen des Wahlfachs Klinische Forschung beschäftigen sie sich mit ausgewählten Wissenschaftsthemen, die an der UMM erforscht werden.

Anschließend bietet die Junior Scientific Masterclass (JSM) jedes Jahr 20 Studierenden des dritten Studienjahrs die Möglichkeit, ihr Wissen zu vertiefen und insbesondere ihre Fähigkeiten im Laborbereich auszubauen. Die Studierenden können während des Curriculums an wissenschaftlichen Projekten in Instituten und Kliniken der Universitätsmedizin Mannheim intensiv mitarbeiten. Das Angebot richtet sich an Studierende, die sowohl als Forscher als auch als Kliniker tätig werden möchten und wird mit großem Enthusiasmus in Anspruch genommen. Ein Vergleich der Noten medizinischer Promotionen von JSM-Alumni mit denen der übrigen medizinischen Promotionen zeigt, dass diese mit einer signifikant besseren Note (im Durchschnitt magna cum laude) abschließen. Das Programm der Junior Scientific Masterclass erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Fakultät für Medizinische Wissenschaften der Universität Groningen in den Niederlanden.

Die Mannheimer Medizinfakultät bietet ihren MaReCuM-Studierenden mit einem systematisch angelegten Studienprogramm einen strukturierten Einstieg in die klinische Forschung. Ausgewählte Studierende können ab dem vierten Studienjahr den Masterstudiengang Translational Medical Research belegen und damit neben der ärztlichen Ausbildung einen Master of Science-Abschluss (M.Sc.) erwerben. Absolventen der Junior Scientific Masterclass können außerdem in das internationale MD/PhD Programm mit Unterstützung der Groninger Universität übergehen und einen internationalen PhD-Abschluss erwerben.

Im Rahmen des Tags der Lehre der Medizinischen Fakultät Mannheim stellt der Studiendekan, Professor Dr. Harald Klüter, das Modell zur Wissenschaftsförderung im Studium MaReCuM dar. Das Thema Wissenschaftlichkeit in der Medizin wird mit Vorträgen von Professor Dr. Josef Pfeilschifter, Professor Dr. Jürgen Schölmerich und Professor Dr. Martin Fischer aus verschiedenen Blickwinkeln erörtert.

Die Junior Scientific Masterclass wird von Professor Dr. Hans-Peter Hammes, Leiter der Sektion Endokrinologie der V. Medizinischen Klinik, seit 2006 geführt. Zum Beginn des Tags der Lehre vermittelt dieser einen Eindruck des Potenzials aus 10 Jahren Junior Scientific Masterclass und gibt am Nachmittag eine Einführung in die vier parallel laufenden Workshops der Junior Scientific Masterclass, die sich an die Studierenden der Mannheimer Medizinfakultät richten.

Einen der Workshops leitet Professor Dr. Rolf-Detlef Treede, Inhaber des Lehrstuhls für Neurophysiologie und Direktor des Zentrums für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim (CBTM) der Medizinischen Fakultät. Die Lehre und das wissenschaftliche Profil der Medizin ist einer der Schwerpunkte des Mediziners, der gerade wieder als Mitglied des Präsidiums der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) bestätigt worden ist, wo er die vorklinischen Fächer vertritt. Professor Treede sieht den Arzt als Gelehrten: Nicht nur Mediziner, die in der Forschung tätig sind, sollten wissenschaftlich gebildet sein. Es ist wichtig, dass jeder Arzt die Ergebnisse der Forschung verstehen und Fortschritte der Wissenschaft selbst nachvollziehen kann. Aus seiner Sicht bietet die Medizinische Fakultät Mannheim mit der Junior Scientific Masterclass eine hervorragende methodische Grundausbildung und mit dem Masterstudiengang Translational Medical Research die besten Voraussetzungen, um die Wissenschaftlichkeit in der medizinischen Dissertation zu gewährleisten.
Weitere Informationen: http://www.umm.uni-heidelberg.de/studium/tdl/tdl_programm.pdf – Vortragsprogramm http://www.umm.uni-heidelberg.de/studium/tdl/tdl_workshops.pdf – Workshops Anhang

2 Comments

  1. Wenn es nur das wäre

    Die „Genfer Deklaration des Weltärztebundes“ besagt ähnlich nationalen Gesetzen: „Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung“. Sobald man davon Teile streicht, sind es keine Menschenrechte mehr, sondern Wahnideen schizophrener Religiotie. Für katholische Piusbrüder wie Holocaust Leugner Bischof Richard Williamson ist die Erklärung der Menschenrechte ein Fanal des Atheismus, Staaten, die sich dazu bekennen, befinden sich im Zustand der Todsünde.

    AIDS ist nach Aussagen katholischer Mediziner mittels Olivenöl, Knoblauch und rote Beete heilbar, bei 800 AIDS Toten je Tag in Südafrika und 4 Mill./Jahr in Afrika geradezu pervers. Englische Prediger überzeugen HIV-Infizierte auf Jesus zu vertrauen, zu beten und die Medikamente absetzen; 3 kranke HIV-Infizierte sterben unmittelbar. Rauchschwaden aus Weihrauch, „harmonisiertes“ Leitungswasser aus Lourdes und intensives Beten heilen Krebs und Multiple Sklerose frei nach Wahl.

    Die Ärzte des BKA als Kinderficker Anhänger werben für die Heilung von Homosexualität mit theologischer Hilfe durch Psychotherapie, Homöopathie und Akupunktur wie im Mittelalter. Wer krank wird, der sollte sicher gehen keinen der gläubigen Quacksalber zu konsultieren, der einem eucharistisch das Ohrenschmalz wegbetet und den Leistenbruch ohne jede biblische Vorgabe nicht glaubenskonform behandeln kann.

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  2. In der Ausbildung junger Mediziner läuft zweifellos etwas total schief ! Wie sonst konnte es dazu kommen, dass in Deutschland mittlerweile rund 5.000 Ärzte sich den Pseudowissenschaften Homöopathie, Anthroposophie und TCM versc hrieben haben ?

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