Der wahre Gottesstaat ist die Demokratie


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Ein Plädoyer gegen die Machtansprüche islamistischer Parteien

Von Ahmed ShebaniNeue Zürcher Zeitung

Die Revolten im arabischen Raum haben vielerorts vor allem den Islamisten Auftrieb gegeben. Ahmed Shebani, der Gründer der Demokratischen Partei in Libyen, will diese Kräfte mit ihren eigenen Waffen in die Schranken weisen und plädiert mit auf dem Koran basierenden Argumenten gegen eine religiös geprägte Herrschaft.

Der politische Islam hat keine Zukunft, weil er auch durch die Wahlurne keine politische Legitimation erlangen kann. Er liegt in den Fesseln einer tyrannischen Vergangenheit, die nichts mit dem wahren Islam zu tun hat. Schon früh wurde in der islamischen Welt die Macht vom Palast, von der etablierten Geistlichkeit und der Armee monopolisiert; die Bürger waren vom politischen Prozess ausgeschlossen. Dies alles geschah im Namen der Religion und aufgrund von Aussagen, die dem Propheten Mohammed zugeschrieben werden, deren Authentizität aber aufgrund ihrer schieren Absurdität hinterfragt werden muss. «Tausend Jahre lang unter der Herrschaft eines tyrannischen Sultans zu leben, ist besser, als auch nur einen Tag ohne Sultan zu leben»: Solche Sprüche dienten einzig Regenten, die willens waren, den Islam im Interesse des eigenen Machterhalts zu einer totalitären Religion zu degradieren.

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