Hartmannbund will Beschneidungen zulassen


Frische Schnitte, frei und fromm.
Bild: http://s.gullipics.com
Der Hartmannbund Niedersachsen will Beschneidungen aus religiösen Gründen weiterhin zulassen. Nach Auffassung des Verbandes greift ein Verbot elementar in durch das Grundgesetz geschützte Rechte ein

Von Jens HeitmannHannoversche Allgemeine

Bis zu einer höchstrichterlichen Klärung solle die Ärztekammer Niedersachsen klarstellen, dass „nicht berufsunwürdig oder dem Berufsrecht wiedersprechend“ handele, „wer aus religiösen Gründen Zirkumzisionen – auch an Minderjährigen – vornimmt“, heißt es in einem Antrag an die Kammerversammlung, der dieser Zeitung vorliegt.

„Eine bisher allgemein akzeptierte religiöse Handlung von Minderheiten unter Strafe zu stellen, stellt das Maximum an Ausgrenzung dar, das denkbar ist“, sagte Hartmannbund-Chef Bernd Lücke am Mittwoch. Deshalb müsse die Ärztekammer den Gesetzgeber auffordern, hier schnellstmöglich Klarheit zu schaffen.

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9 Comments

  1. Ich würde mich zu gerne mit einem Skalpell an einem dieser geistig beschnittenen Religioten betätigen. Nein, nicht um ihn umzubringen, aber hier ein Häutchen entfernen und da ein Häutchen entfernen, bis ich den Gotteslappen gefunden habe. 😈

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  2. DGKCH gegen Hartmannbund und gegen die Bundesregierung

    Im Gegensatz zum Hartmannbund versteht die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) …also die Vereinigung der Fachleute für chirurgische Eingriffe beim Kind…das ethische Problem eines Eingriffes beim Kind, das selbst nicht zur Operation einwilligen kann. In einer Presseerklärung vom Juli 2012 begrüssen die Kinderchirurgen das Kölner Urteil gegen die religiöse Beschneidung bei kleinen Jungen:

    „Das nun ergangene Urteil festigt diese Einschätzung und gibt gleichzeitig Rechtssicherheit. Zugleich wird mit dem Urteil das Recht auf körperliche Unversehrtheit des Kindes unterstrichen. Gerade Kinderchirurgen, die nicht einwilligungsfähige Kinder mit Einwilligung ihrer Eltern operativ behandeln, müssen hier strenge und klare Maßstäbe ansetzen. Nur die elterliche Einwilligung zu einer Operation, die dem Kind nach Abschätzen des Nutzen und des Risikos medizinisch zum Wohle gereicht, ist rechtswirksam. Dieser Sachverhalt ist aber bei der Beschneidung kleiner Knaben ohne Einwilligungsfähigkeit außerhalb der medizinischen Indikation nicht erfüllt.

    Dabei geht es in keinem Falle um die Diskriminierung von Religionsgemeinschaften, die die Zirkumzision bei nicht einwilligungsfähigen Knaben regelhaft praktizieren, sondern vielmehr um ärztliche Ethik.“

    http://www.dgkic.de/index.php/presse/189-pressemitteilung-juli-2012

    Leider hat sich diese CDU/FDP Regierung nach der Erklärung ihres Pressesprechers Seibert offensichtlich gegen das Kindswohl und für den „Gotteswahn“ religiöser Eltern entschieden. Nach einer entsprechenden Gesetzesänderung würden in Deutschland Hunde besser als Säuglinge vor chirurgischen Eingriffen ihrer „Halter“ geschützt.

    Ein besonders schönes Beispiel für die in Sonntagsreden unserer Politiker beschworene christlich-jüdischen Grundlagen unserer Moral….
    ..und eine Illustration dafür, was unsere Kanzlerin zum 60 Jährigen Bestehen des evangelischen Arbeitskreises gemeint hat als sie orakelte „Das letzte Wort hat Gott“!…
    😉

    Es lebe die Aufklärung!

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  3. Das einzige Grundrecht in das hier eingegriffen werden soll, ist das der Eltern. Es ist aber immer so, dass die Grundrechte des Einen nur so weit gelten, wie sie nicht die Grundrechte eines Anderen einschränken.

    In der Argumentation geht es um Art. 2(2) GG aufseiten des Kindes und Art. 4(1+2) GG aufseiten der Eltern. Da der Eingriff für das Kind praktisch irreversibel ist, ist dessen Recht auf körperliche Unversehrtheit auf jeden Fall höher einzustufen. Auch dass Art. 6(2) GG aufseiten der Eltern ist, spielt keine Rolle. Rechte, die „traditionell“ aus Art. 6(2) GG abgeleitet wurden (z. B. Züchtigungsrecht), wurden bereits zu Recht eingeschränkt.

    Ich sehe keinen Grund, warum man bei religiotisch verbrämter Körperverletzung eine Ausnahme machen soll. Nur damit Eltern ihren religiotischen Wahn ausleben können, soll also das Recht des Kindes eingeschränkt werden? Ich hoffe, dass das BVerfGer dem einen Riegel vorschiebt (und nicht selbst in religiotischen Wahn verfällt).

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  4. Geht es um Hunde oder andere Kuscheltiere ist der Deutsche kompromisslos: Kein Geschippel an Ohren oder Schwänzen, damit dem Tier kein Leid geschehe. Bei Juden, Moslems und Nutztieren liegt die Sache natürlich andres! Wäre es zu böse gedacht, dort einen Zusammenhang zu sehen?

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  5. Der Hartmannbund und der Eid des Hippokrates

    Der Eid des Hippokrates, benannt nach dem griechischen Arzt Hippokrates von Kos (um 460 bis 370 v. Chr.), gilt als erste grundlegende Formulierung einer ärztlichen Ethik. 

    „Ich schwöre und rufe Apollon, den Arzt, und Asklepios und Hygeia und Panakeia und alle Götter und Göttinnen zu Zeugen an, dass ich diesen Eid und diesen Vertrag nach meiner Fähigkeit und nach meiner Einsicht erfüllen werde.“

    „Ich werde ärztliche Verordnungen treffen (nur) zum Nutzen der Kranken nach meiner Fähigkeit und meinem Urteil, hüten aber werde ich mich davor, sie zum Schaden und in unrechter Weise anzuwenden.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Eid_des_Hippokrates

    Der Hartmannbund verlässt mit seinem gechäftlichen Wunsch nach der Amputation der Vorhaut bei Jungen die ethische Basis des Eides des Hippokrates. Auch die UN Kinderschutzkonvention kennt kein Recht der Götter, der Rabbis oder der Eltern an der Vorhaut von Knaben.

    Nun sollen – mit dem Segen unserer medizinischen Verbandsfunktionäre – bei uns auch wieder Säuglinge ein bronzezeitliches Blutgeld an orientalische Götter mit einem vertstümmelten Penis bezahlen, obwohl die menschliche Evolution diese Vorhaut zum Schutz der Eichel genau so entwickelt und mit einem Netzwerk von Nerven ausgestattet hat.

    Aber vielleicht sieht der Hartmannbund auch Geschäftfelder mit der “ Beschneidung von Mädchen“; denn es gibt Religionen, die auch diese Unterdrückung der Mädchen praktizieren.

    Wir Deutsche haben zwischen 1933 und 1945 genügend Menschen gegen ihren Willen „medizinisch“ (sogar bis zum Tode) behandelt“ – es gibt also keinen Grund wieder barbarischen Moden eines bronzezeitlichen Zeitgeistes einzuführen.

    Finger Weg von der Vorhaut der Knaben….Es lebe die Aufklärung!

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  6. Unglaublich! Auch der Bundestag hat ja offenbar nichts Eiligeres zu tun. Ich bin gespannt, wann die Ersten kommen, die das gleiche Recht zur Beschneidung von Mädchen fordern. Und Steinigungen und Kreuzigungen und, und, und. Alles elementare tausendjährige religiöse Traditionen. Haben wir doch immer schon so gemacht, da kann es doch nicht verkehrt sein.

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  7. Klar, die Schnippler verdienen doch auch bei diesen chirurgischen Eingriffen. Deshalb sind sie ja auch dafür.
    Es stellt sich noch die Frage, ob diese Operationen von den Krankenkassen – also der Allgemeinheit – bezahlt
    werden sollen !?

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