Der zivilisatorische Rückschritt


Karikatur: Stuttmann/Tagesspiegel

Was würde wohl passieren, wenn die „Titanic“ den Propheten Mohammed verspotten würde und der Zentralrat der Muslime in Deutschland eine einstweilige Verfügung gegen das Blatt erwirkte? Genau das Gegenteil von dem, was jetzt passiert, meint unser Kolumnist.

Von Helmut Schümann Der Tagesspiegel

Wo ist eigentlich der zivilisatorische Fortschritt geblieben? Der Mann, der Mittfünfziger mit den weitläufigen Geheimratsecken und der Brille im Gesicht, ist angesichts des Vatikans ziemlich irritiert. Da kann er ihn nämlich nicht entdecken, den zivilisatorischen Fortschritt. Es ist ja so: Wenn nun eine satirische Zeitschrift, sagen wir die „Titanic“, den Propheten Mohammed verspotten würde auf ihrem Titelblatt, was wäre da los? Muslime würden aufschreien, in erster Linie die Hardcore-Muslime, aber vielleicht auch andere. Wahrscheinlich würden Todesdrohungen ausgesprochen, Demonstrationen vor dem Verlagsgebäude der „Titanic“ abgehalten, und die Redakteure müssten sich fürchten.

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2 Comments

  1. Wie war das denn bei der Verbreitung des Christentum, diese Zustände drohen uns erneut ließe man die Religioten gewähren

    Ab 416 n.C. werden Nichtchristen aus den staatlichen Ämtern gefeuert und antichristliche Texte der über 29 Bibliotheken verbrannt. Ab 435 n.C. werden heidnische Kulte mit Verbannung und Gütereinzug geahndet, ab 438 n.C. bei Todesstrafe verboten und die Tempel zerstört. Das Decretum-Gelasianum des Konzils von 496 n.C. ist der erste Zensur Index der christlichen Religion.

    Das fortschrittliche 3-teilige Schulsystem des antiken Roms mit Fachschulen für Medizin, Recht und Philosophie wird eingestellt, 29 römische Bibliotheken und Thermen als Einrichtung des Wissens und der Volkshygiene werden geschlossen. Das Erziehungs- und Bildungssystem hört komplett auf zu existieren. Texte aus der Zeit egal zu welchen Themen sind nahezu inexistent, einzig die Kirche bestimmt was Wissenschaft sein darf. Analphabetismus breitet sich erneut bis zu 99,9999% aus, selbst Könige und Kaiser sind unfähig Gesetze zu lesen, die sie erlassen.

    Das römische Weltreich zerfällt nicht wegen einfallender Barbaren, es fehlen Verwalter und Techniker die rechnen und schreiben können und eine Wirtschaftspolitk betreiben, die den Staat nicht durch immer neue Beutezüge finanziert. Universitäten oder Fakultäten werden bis 1827 n.C. auf päpstliche Weisung geschlossen, weil die Wissenschaft kein biblisch konformes Weltbild erkennt. Die Universität von Salamanca reduziert sich von einst 12.500 Studenten auf 300. Der Mann hat keine Rippe weniger als die Frau, die Erde ist keine Scheibe, die Seele ist unauffindbar, der All-wissende im Vatikan ist ein geiler Hurenbock mit privatem Bordell, ein „Capitaneus Prostibuli de Ponte Sixto“ kassiert als göttlicher Zuhälter je Nutte 2 Carlini/Monat.

    Ab 600 n.C. sind Heiden per Vatikan-Decret rechtlos, ein Freibrief für Sklaverei und Mord. Die „Konstantinsche Schenkung“ des westlichen römischen Reiches an Papst Silvester I. gründet sich auf eine gefälsche Urkunde und sichert die Macht der Kirche über Antiochia, Alexandria, Konstantinopel und Jerusalem. Als die Fälschung auffliegt geht die Urkunde durch Zauberhand verloren, aber Kopien bleiben erhalten.

    All-wissend schwurbelt der RKK Großinquisitor Ratzfatz: „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des christlichen Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimmt, der hat einen persönlichen Defekt, ein ungenügend gebildetes Gewissen, eine sündige Verfasstheit, eine auf Vorurteilen beruhenden Geist der Kritik und huldigt der Untreue gegen den Heiligen Geist.“ Ein Christ der Kinderficker Sekte hat faktisch weder Moral noch eigenen Willen, einzig im sklavischen Glauben an Gott wird er Mensch. Selber denken oder gar Inhalte des Glaubens hinterfragen ist übles Teufelswerk wie etwa auch die Menschenrechte zu beanspruchen.

    Die Menschenrechte der UN-Resolution von 1948 lehnt die RKK ab und diskriminiert in klassischer Doppelmoral nach Geschlecht, Glauben, Denken, Handeln und Lebensweise als von Gott gewollt. In den Kirchen und Sekten agieren Fanatiker, Irre, Pädophile und schizophren Gestörte als Unsterbliche, All-Wissende, Retter der Nation, Auserwählte oder Heilsbringer aller Menschen.

    Gläubige sind in geistiger Einfalt obrigkeitshörig, ihr Denken ist zu inflexibel um abweichende Positionen zu analysieren und Kritik überhaupt zu verstehen. Glaube ist die logische Ursache schwacher Kritikfähigkeit und nicht etwa dessen Folge. Kritik ist religiös nicht diskutierbar, als Blasphemie wird sie notfalls mit Gewalt bis hin zum Mord verboten.

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  2. Die Religionen brinden keinen Fortschritt wie auch immer, einzig die Darstellung der Welt vor 2000 Jahren ist wahr und richtig, wobei nichts an der zeitlichen Abfolge der Mythen stimmt.

    Datierungen früher Dynastien basieren auf wenigen Eckdaten, erst C-14 Analysen macht die Abfolge von Fakten erkennbar. Die Menschen leben einst im x.ten Regierungsjahr ihres König Dingsda, gefolgt vom Jahr 1 von Sohn Dingsda. Mit Fehlern von 1 – 300 Jahren sind Zeitabstände fremder Kulturen nicht berechenbar, religiöse Mythen haben endlos Zeitfehler. Heilige heilen Verstorbene, Autoren nennen namentlich Menschen die viel später existieren, tote Könige herrschen über noch nicht existente Städte, Babies schließen Verträge usw. Es wird lustig drauf los phantasiert, Hauptsache es klingt toll.

    Martin Luther schreibt als Religiot zu Nikolaus Kopernikus (1473–1543 n.C.) „Dieser Dummkopf möchte die gesamte Kunst der Astronomie verdrehen“. Leibnitz verdammt Newtons Theorie der Schwerkraft als Unsinn, nur die Bibel enthält die Wahrheit. Der RKK Zensurindex verbietet die Schriften des Nikolaus Kopernikus.

    Heute sind 700 erdähnliche Planeten bekannt, GJ 667C in nur 22 Lichtjahren Entfernung ist uns derzeit am nächsten. Das All-wissen der RKK und seiner Päpste ist eine endlose Häufung von Idiotien und Dummheit.

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