Im Land der Freien


Ein Ruf nach Blasphemiegesetzen? Beschneidungsverbot? Debatten, ob der Islam zur Gesellschaft gehört? In den USA, so hat Hannes Stein erfahren, wäre all das undenkbar. Und verboten. Dafür sorgt die Verfassung

Von Hannes SteinWELT ONLINE

Es gibt ein Foto, das meinen Freund Ahmad und mich in Philadelphia zeigt, wie wir gemeinsam das First Amendment einrahmen. Das muss ich jetzt erklären: In Philadelphia gibt es ein steinernes Monument, das den ersten Zusatzartikel zur amerikanischen Verfassung feiert – einen Block aus grauem Granit, in den diese heilignüchternen Worte eingraviert wurden: „Congress shall make no law respecting an establishment of religion, or prohibiting the free exercise thereof; or abridging the freedom of speech, or of the press; or the right of the people peaceably to assemble, and to petition the Government for a redress of grievances.“ Hier werden entscheidende Rechte garantiert: Absolute Religionsfreiheit! (Religion geht den Staat schlicht und einfach nichts an. Er darf nicht nur keine Religion unterdrücken; er darf auch keine Religionsgemeinschaft bevorzugen.) Uneingeschränkte Redefreiheit! Pressefreiheit! Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit! Und das Recht, Eingaben an die Regierung zu richten.

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2 Comments

  1. Die Religionsfreiheit von Kindern wird in den Sektenorten der USA genauso unterminiert wie die freie Ausübung der Homosexualität.

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  2. Bei der Diskussion geht es nicht um ein Beschneidungsverbot, wie es uns eine barbarische Beschneidungslobby nun einreden will, sondern um den Schutz wehrloser Säuglinge vor dem „Gotteswahn“ ihrer Eltern.

    Religiöse Moden und Riten müssen dort ihre Grenze finden, wo die Verfassung etwas anderes sagt oder wo staatliche Anordnungen entgegen stehen.

    Die im Artikel der „Welt“ über das Land der „Freien“ (USA) zitierten Mormonen z. B. mussten ihr religiöses Gebot zur Polygamie aufgeben, bevor der Staat Utah, das Zentrum der Religion, in die Vereinigten Staaten aufgenommen wurde. Ob das nicht auch eine Beschränkung der Religionsfreiheit Im Land der „Freien“ war?

    In Texas stürmten vor nicht allzu langer Zeit Sheriffs das Gelände einer christlichen Sekte, um minderjährige Mädchen aus der Verfügung ihrer Geistlichen zu befreien, die nach ihrem Bibelverständnis und mit der Erlaubnis der Eltern durch Sex mit Kindern Gott dienten. War das nicht eine Beschränkung der Religionsfreiheit der Freien?

    Ob die Religionsfreiheit der „Freien“ eingeschränkt gewesen wäre, wenn US Behörden dem Treiben des Christlichen Sektenführers Jim Jones frühzeitg ein Ende breitet hätte und den Massenmord an der Geneinde in Guyana verhindert hätten?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Jim_Jones

    Der antike Arzt Hippokrates hatte vor mehr als 2000 Jahren mit seinem Eid die ethischen Grundlage für Eingriffe am Patienten gelegt. Der wird auch heute noch während der medizinischen Ausbildung gelehrt.

    „Nur was dem Patienten hilft (und nicht was verwirrten Eltern, machthungrigen Rabbis, machthungrigen Imame oder machthungrigen Popen z. B. Kopten) darf gemacht straffrei werden.“

    Applaus für die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie

    http://www.dgkic.de/index.php/presse/189-pressemitteilung-juli-2012

    Hippokrates überwandte damit auch die bronzezeitliche und orientalische Barbarei, der willkürlichen Amputation von Vorhäuten an Säuglingen.

    Wenn sich ein erwachsener Mann Tätowieren – oder die Vorhaut amputieren lassen will….er wird die Aufklärung des zu erwartenden Schadens dargegt bekommen…aber wahrscheinlich ist des Willen des Menschen Himmelreich! 😉

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