Katholisches Krankenhaus kündigt lesbischer Seelsorgerin


Wollte „selbstverständlich“ mit ihrer Freundin leben und verlor deshalb den Job: Kirstin Germer

Nach zwölf Jahren im Dienst outete sich die 40-jährige Pastoralreferentin Kirstin Germer aus Dinslaken beim Dechant – und wurde fristlos entlassen.

Von Carsten WeidemannQUEER.DE

Schon wieder musste eine Mitarbeiterin einer katholischen Einrichtung ihren Hut nehmen, nur weil sie lesbisch ist: Nach zwölf Jahren im Dienst wurde Kirstin Germer, Pastoralreferentin und Krankenhausseelsorgerin im Dinslakener St.-Vinzenz-Hospital, zum 31. Juli 2012 gekündigt.

Sie wolle künftig „selbstverständlich“ mit ihrer Lebenspartnerin leben, hatte die 40-Jährige zuvor ihrem vorgesetzten Dechant Gregor Kauling mitgeteilt – der davon wenig begeistert war. „Die fristlose Kündigung hat mich überrascht, aber so ist das in der Katholischen Kirche und ihrem Umgang mit Homosexualität“, meinte Kirstin Germer resigniert gegenüber der „NRZ“.

In der vergangenen Woche wurde die beliebte Mitarbeiterin mit einer Eucharistiefeier in der überfüllten Kapelle des Hospitals verabschiedet. Pastor Gregor Kauling sprach laut einem Bericht der „WAZ“ von einem „entscheidenden Tag für dich und das Haus“, von einer „Herzensangelegenheit und Berufung, hier im Hospital zu arbeiten“, von einer „Säule und Stütze für Patienten und Mitarbeiter“, aber auch von einer „persönlichen und mutigen Entscheidung, den neuen Lebensweg jetzt gemeinsam zu gehen“.

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4 Comments

  1. @Argus7: Leider ist die katholische Kirche über diverse Organisationen „in kirchlicher Trägerschaft“ einer der größten Arbeitgeber in diesem Land. Gerade im Sozialbereich ist es schwer, in entsprechenden Landstrichen andere Stellen zu finden.

    Das Tendenzrecht sollte einfach abgeschafft werden. Punkt.

    Man überlege mal, wie es wäre, wenn ein Beschäftigter in der Metzgerei sich als Vegetarier outet. Es würde genau gar nichts passieren – so lange er seine Arbeit gut macht, warum nicht?

    Oder ein Kioskbesitzer, der Zigaretten verkauft, ist Nichtraucher. Wo ist das Problem?

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  2. Lesbisch zu sein ist kein strafwürdiges Vergehen. Für die Katholen zu arbeiten hingegen schon eher ! Für diesen Verein arbeitet man doch nicht freiwillig.

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