Vorhaut: Dem Islam sollte das Judentum ein Vorbild sein


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Die Beschneidung ist ein allgemein praktiziertes und bestehendes Ritual, auf das kaum jemand in der islamischen Welt verzichten möchte. Unverzichtbar ist jedoch für jede aufgeklärte Zivilisation, dass sie sich von „blutigen“ Archaismen verabschieden muss

Der entscheidende Unterschied zwischen Beschneidungen im Islam und im Judentum ist der Zeitpunkt. Dem höchst symbolischen Akt im Judentum steht ein vorzivilisatorisches islamisches Ritual gegenüber.

Von Josef LudinWELT ONLINE

Der Artikel von Herrn Ahmad Mansour in Weltonline vom 18. Juli 2012 („Muslime müssen endlich offener diskutieren„) bringt in die Debatte um die Beschneidung eine entscheidende Differenzierung. Eine Differenzierung, die interessanterweise in der öffentlich ausgetragenen Diskussion bisher zu wenig Berücksichtigung fand: rituell, religiöse Beschneidung im Judentum oder im Islam sind nicht gleich zu setzen.

Herr Mansour erwähnt, dass die Beschneidung im Judentum in den ersten Tagen nach der Geburt stattfindet, während in den islamischen Gesellschaften dies bis zur Pubertät durchgeführt werden kann und durchgeführt wird. Dieses Detail verändert jedoch alles und wiedermal gibt es uns Stoff zur Reflexion über den Islam.

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5 Comments

  1. aha. Neugeborene haben also noch keine Repräsentation ihres Körpers oder gar ihres Geschlechts. Naja, zumindest keine nachgewiesene.

    Aber Schmerzen scheinen sie wohl trotzdem zu empfinden, sonst würden sie nicht so schreieb, während an ihnen rumgeschnibbelt wird.
    Ich kann gar nicht so viel fressen …

    Und von wegen „die Mehrheit der Bevölkerung“ ist gegen das Urteil: Ich habe in meinem Bekanntenkreis noch niemanden (in Zahlen: 0, Null, nada) gehört, der nicht dafür wäre.

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  2. Josef Ludin nimmt auch den Beschneidungszeitpunkt zum Anlass, um nicht nur die “muslimische Beschneidung” anzugreifen, sondern auch generell um sich zu hauen. Deshalb dürfen die szenetypischen Schlagwörter wie “Scharia”, “Demokratie, “Aufklärung”, “Zivilisation” nicht fehlen. Bei Ludin ist dies aber keine besondere Überraschung, ist er doch früher schon mit ähnlichen Ausfällen aufgefallen. Seine Artikel “ Ideologie der Macht ” und “ Breiviks Islamhass war für seine Tat nebensächlich ” sind nur eine kleine Auswahl seiner geistig sehr wertvollen Argumentationskunst. Und so versucht er auch wieder SEIN Bild vom Islam, bzw. von der “muslimischen Beschneidung” zu entwerfen. Wenn man Ludin so liest, möchte man meinen, dass in irgendeiner Wohnung bizarr gekleidete alte Männer mit schwarzem Rauschebart und Axt in der Hand auf die Genitalien eines 6-Jährigen eindreschen, während die ganze Sippe des Jungen applaudiert und “Tod dem Westen” skandiert. Wenn ihr das tatsächlich glaubt, muss ich euch enttäuschen.

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  3. Egal von welchen Religioten er kommen, ein Rechtfertigungsversuch ist so himmelschreiend blöd, wie der Andere.

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