Wenn der Erzengel zu teuer ist


Sankt Michael – Schutzpatron der Deutschen – am Völkerschlachtdenkmal, Bild: wikipedia

Der Erzengel ist weg. Gestern demontierte Schmiedemeister Dorst die Heiligenfigur im Altarraum der Michaelis-Kirche. Gemeinde und Künstler konnten sich zuvor nicht über den Kaufpreis einigen.

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Sandro Dorst habe den „Schatz seiner Seele“ gegeben. Und der sei nicht mit materiellen Mitteln aufzuwiegen, schon gar nicht wenn man die 1000 Stunden als Meisterstunden à 50 Euro berechnen wolle. Steinachs Pfarrer Michael Müller wird seine Lobes-Worte im Februar vergangenen Jahres mit Bedacht gewählt haben, als er beim festlichen Gottesdienst in der Michaeliskirche auf den Künstler, dessen Werk und die Euros dafür zu sprechen kam. Mancher in der Kirchenbank mag geschluckt haben, als er die Größenordnung der Rechnung zur feierlichen Einweihung der Patronatsfigur erstmalig aufgesagt bekam. Ob es wohl bei einem „Vergelt’s Gott“ für den Seelen-Schatz bleiben wird? Man durfte es bezweifeln. Bereits kurze Zeit später wurde dann tatsächlich der Knatsch ums Geld öffentlich. Das Hauen und Stechen um den geschmiedeten Erzengel nahm seinen Lauf.

Gestern nun trieben die Streitigkeiten ihrem bislang vorläufigen Höhepunkt entgegen. Pünktlich mit dem Glockenschlag um 10 Uhr rollte Dorsts Transporter an der Kirche vor. Wie vorab dem Hausherren – mittlerweile ist Pfarrer Thomas Freytag zuständig – angekündigt, hatte sich der Künstler entschlossen, sein Werk wieder abzumontieren.

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