Jürgen Habermas: Mit Gott gegen das Kapital


Der Philosoph und Sozialwissenschaftler Jürgen Habermas (Bild: AP)

Ob Diskussionen über politischen Islamismus, Karikaturenstreit, Blasphemie oder Beschneidung: Die entseelte westliche Welt diskutiert Fragen des Glaubens und seiner politischen Folgen. Der Sozialphilosoph Jürgen Habermas interessiert sich seit einigen Jahren intensiv dafür. Und geht auf Distanz zu einem allzu forschen Säkularismus.

Von Kersten KnippDeutschlandfunk

Die himmlischen Dinge mögen ihre Bedeutung haben, aber mindestens ebenso wichtig sind die irdischen Angelegenheiten. Denn zweifelsfrei lebt der Mensch allein auf Erden. Dass es nach dem Ableben für ihn irgendwo anders weitergeht, mag man hoffen, aber zweifelsfrei sicher ist es nicht. Insofern kommt es darauf an, sich zunächst auf das Naheliegende, also das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Und den Rest, die transzendenten Dinge, kann man getrost über Bord werfen.

Kann man es wirklich? In seiner Dankesrede zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels im Herbst 2001, kurz nach den Anschlägen des 11. Septembers, ging Jürgen Habermas zu einem allzu forschen Säkularismus auf Distanz. Natürlich, der Säkularismus war und ist eine Erfolgsgeschichte: Er half die Religionen zähmen und stutzte ihre Ansprüche. Man nannte dieses Projekt Aufklärung, Moderne, Fortschritt. Doch dann merkte man, dass die „nachmetaphysisch abgerüstete Welt“, wie Habermas sie nannte, auf ihre Art auch wieder aufrüstete. Heilslehren, nahm man zur Kenntnis, verwandelten sich in totalitäre Systeme. Auf dieser Erfahrung gründete Habermas sein kommunikatives Gesellschaftsmodell. „Konsensual“ heißt es, und traf und trifft wie kein anderes das Selbstverständnis der Bundesrepublik. Fast könnte man meinen, der Konsensualismus sei zur neuen Religion der Bundesrepublik geworden.

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2 Comments

  1. Der Kommunismus ist eine esoterische Wirtschaftslehre.
    Bei Orgonstrahlung schaut man kritisch hin. Wenn etwas von Arbeiterkampf geredet wird, dann machen alle mit, hat was vom Kampf gegen die fiese Pharma-Lobby oder der Slogan „Für die Umwelt“. Der Weg in die Hölle ist mit guten Absichten gepflastert – oder eher mit flachen Slogans.

    De facto haben in der Freien Marktwirtschaft einige wenige global agierende Firmen den größten Teil der Macht inne, die dem Konsumenten mit einer Auswahl an Produkten versorgen.
    In der Planwirtschaft hat eine Firma, nämlich der Staat/die Partei das Sagen, die dem Konsumenten noch nicht einmal mit brauchbaren Produkten versorgen kann, dafür aber genauso die Post durchstöbert.

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  2. Die letzte große Verdummung der Menschheit stammt von Karl Marx unter dem Slogan des Kommunismus, da sind alle glücklich und zufrieden, jeder hat Arbeit, alle sind gleich bis auf noch viel Gleicheren und der Friede-Freude-Eierkuchen Führer ist ein braver Mann.

    Die Realtität hat über 100 Millionen Menschen das Leben gekostet, mißbraucht als Arbeitsklaven, politische Gefangene, Soldaten mit gesegneten Waffen unter Gottes Führung, Angehörige minderwertiger Rassen und Volksgruppen oder schlichtweg Menschen am falschen Platz.

    Jetzt haben wir also die nächsten 100 Millionen Tote unter dem Habermaß Slogan „Scheißkapital“ zu erwarten. Zuerst sollte man eine große goldene Habermas Statue aufstellen wie bei Moses in dem Märchenbuch. Das hat ebenfalls mindesten 35 Millonen Tote gekostet.

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