Im Land der Feuertempel


Ein Anhänger der zoroastrischen Religion entzündet eine Flamme in einem iranischen Tempel. (Bild: picture alliance / dpa / Kheirkhah)

Vom 2. bis zum 7. Jahrhundert nach Christus erlebte die Religion der Zoroastrier ihre Blüte. Als sich der Islam in Persien ausbreitete, mussten viele Anhänger Zarathustras das Land verlassen. Doch auch im modernen Iran pflegen einige Gläubige noch die alten Bräuche.

Von Susanne von SchenckDeutschlandradio Kultur

Chak Chak, der Wallfahrtsort der Zoroastrier, liegt einsam in einer unwirtlichen Berggegend im zentralen Hochland des Iran. Der Ort hat einen so lautmalerischen Namen, weil von einer Felsenquelle ständig Wasser in eine Höhle tropft: chak, chak. In Chak Chak treffen sich die Anhänger der Lehre Zarathustras regelmäßig, besonders viele kommen zu dem großen Treffen zu Beginn des Sommers. Dann bevölkern vier- bis fünftausend Menschen aus aller Welt den kleinen Ort, feiern, beten, trinken und essen.

An diesem Tag sind aber nur wenige Besucher gekommen. Es ist heiß, und der Aufstieg über die zahllosen Stufen hinauf zum Heiligtum ist beschwerlich. Oben im Schatten eines Granatapfelbaums sitzt Fari Bors bei einer Tasse Tee. Er ist ungefähr sechzig Jahre alt und in weiße Gewänder gehüllt. Nur auf seiner Kappe prangt in Grün das Symbol der Zoroastrier: Faravahar, ein menschliches Wesen mit weit ausgebreiteten Flügeln. Fari Bors kümmert sich um das Heiligtum.

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