Ludwig Schick will Gotteslästerung gesetzlich verbieten


Bild: stadt.bamberg.de

Gotteslästerung soll illegal werden. Das fordert der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick. Ein Gesetz „gegen die Verspottung religiöser Werte und Gefühle“ sei nötig, sagte der Kirchenmann. Das Gesetz soll nicht nur Christen schützen, sondern „heilige Gegenstände und Geräte aller Religionen“.

WAZ

Der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, fordert, Gotteslästerung unter Strafe zu stellen. Nötig sei „ein Gesetz gegen die Verspottung religiöser Werte und Gefühle“, sagte Schick am Mittwoch in Bamberg. Spott und Satire über religiöse Einstellungen stellten eine Verletzung der Menschenwürde dar.

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7 Comments

  1. Wer also über die heiligen Reliquien der RKK lacht, der kommt nach dem schicken Schwurbler aus Bamberg ins Gefängnis. Dabei ist der Typ selber in seiner Großfürst-Inzenierung eine Lachnummer.

    Die Kirchen in Boulogne, Compiegne, Metz, Nancy, Paris, Charroux Coulombs, Le Puy-on-Velay/Chartres, Besancon, Langres sur Marne, Conques/Aveyron, Fecamp/Seine-Maritime stellen als Reliquie die absolut echte Vorhaut von Jesus aus. Die letzte Vorhaut Prozession findet 1983 in Calcata statt, einem winzigen Dorf der Provinz Latium. Dorthin wird eine weitere heilige Vorhaut von Jesus beim Sacco di Roma im Mai 1527 durch einem Landsknecht geraubt und erst 30 Jahre später wieder entdeckt. Um die Lächerlichkeit mit den Vorhäuten zu begrenzen, verfügt im Februar 1900 der Vatikan Schweigen über alle Vorhaut-Reliquien.

    Als Reliquie gibt es eine Feder des Engels Gabriel, Dolch und Schild des Erzengels Michael vom Kampf mit dem Satan, Jesus Christi Hauch; die beschissene Windel von Jesus aus dem Aachener Dom, den Schneidezahn des Täufers Johannes, eine Flasche mit ägyptischer Finsternis, den Schall der Glocken als Christus in Jerusalem einzog; die Brustmilch der Maria; die Milchzähne, den Rock oder die Nägel der Kreuzigung von Jesus; einen Strahl des Sterns der den Weisen aus dem Morgenlande leuchtet; den Seufzer den Zimmermann Joseph beim Holz hobeln machte; der Stab mit dem Moses das Meer teilte, das Messer mit dem Delila den Simson schor, den Pfahl im Fleische des Apostel Paulus und weitere Ausgeburten der Idiotie.

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  2. Um sich noch einmal darüber klar zu werden, welcher geistigen Verfassung dieser Mann ist, folgende Details seiner Auslassungen:

    Satire (!) über religiöse Einstellungen und Gefühle stellt eine Verletzung der im Grundgesetz garantierten Menschenwürde dar …… Deshalb müssen die Person Jesu Christi, Gott der Vater, Maria, die Heiligen, die Hostie des Altarsakraments, die sakralen Gegenstände wie Kelche und Monstranzen, auch die Kirchengebäude und Prozessionen von unserem Staat geschützt (!) werden.

    Angesichts dieser Kollektion (der Heilige Geist fehlt, aber damit hat man es wohl in Bamberg nicht so, oder er ist zu wenig fassbar) und ihrer Implikationen mag sich ein Zeitgenosse des beginnenden 21. Jahrhunderts zu Fragen genötigt sehen, die Herr Schick sich selbst zu stellen offenbar nicht oder nicht mehr in der Lage ist.

    Ich denke, als erster symbolträchtiger Akt gehört das prominente Bild von Max Ernst (gottlos) „Die Madonna züchtigt den Jesusknaben“ aus dem Museum Ludwig in Köln verbannt. Es wäre ein Donnerschlag und vorzügliche Reklame für eine schicksch konzipierte Kirche. Schließlich löste das Bild seinerzeit einen Skandal schickscher Art aus und verschwand tatsächlich aus einer Ausstellung. Was damals richtig war, kann heute aber nicht falsch sein. Ich denke, die RKK kann auf Leute wie Herrn Schick stolz sein.

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  3. Schick möchte im Ergebnis weit über den bisherigen Paragraphen 166 hinausgehen, da dieser „nur“ beleidigende Äußerungen und Taten betreffe, die geeignet sind, den öffentlichen Frieden zu stören. Der Paragraph ist aber mit gutem Grund eingegrenzt, auch wenn das praktizierende Mediaeviphile vielleicht nicht einsehen.

    Vielmehr soll „Blasphemie als solche“ unter Strafe stehen; das sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen. Nachgeschobene Erklärung (psycho zieht immer): Wer die Seele der Gläubigen mit Spott und Hohn verletze, müsse in die Schranken gewiesen werden (nicht eigentlich Gegenstand von Blasphemie). Das betreffe auch Symbole, Geräte, Praktiken usw. (schon näher an der Sache). Offen ist, ob dann in Zukunft jeder Gläubige, der sich irgendwie irgendwo verletzt fühlt, klagen kann. Oder ob man schickseits usw. das in die Hand nimmt. Was ist mit den Gläubigen, die sich nicht verletzt fühlen, weil es sie ihrer Meinung nach nicht berührt? Zählen die auch, oder nur die sensiblen Wächter? Brauchen wir vielleicht gar eine religionspolizeiliche Abteilung? Schließlich vernehmen wir doch immer wieder, dass erst die Kirchen, vor allem die schicksche, überhaupt den zivilen Bestand der Gesellschaft sichern.

    Entscheidend wäre, Beispiele dafür zu hören, wo denn das Strafgesetz einschreiten sollte. Da aber hält man sich bedeckt, aus gutem Grund. Es würde sich nämlich erweisen, wie fragwürdig und inakzeptabel diese Beispiele sind, oder dass der bisherige Paragraph 166 und die allgemeinen, unabhängig vom Glauben auf die Person bezogenen Beleidigungsparagraphen sie bereits abdecken. So bleibt es bei der Drohung. Die allerdings ist eine leere, Windbeutelei und Seelenputzerei für hauseigene Fanatiker, denn ein solches Gesetz hat keine Chance. Es scheint primär eine Messweinidee (ist das jetzt bereits eine strafwürdige Blasphemie? Vermutlich ja: sakramentaler Gegenstand; durch sprachliche Analogiebildung in den Schmutz; verletzt institutionell geheiligte Vertreter).

    Auch sollte man keine Sensibilität dafür erwarten, dass speziell die reiche Bamberger Brenntradition besondere Assoziationen hervorruft. Den Hexen und Hexern wurden ja auch Blasphemie und Missbrauch religiöser Symbole und Praktiken vorgeworfen. Hier sollte man Farbe bekennen. Geldstrafen wären ineffektiv, denn sie würden durch Spenden unterlaufen. Also Gefängnis usw.? (Von Saudi-Arabien lernen heißt siegen lernen? Dem stünde übrigens auch kein „Naturrecht“ entgegen, denn diese Hure in metaphysischer Reizwäsche hat sich in der Geschichte immer als dienstbar erwiesen.)

    Wie erbärmlich muss es um einen Glauben stehen, der in der öffentlichen Auseinandersetzung des 21. Jahrhunderts mit speziell auf ihn zugeschnittenen, asymmetrischen Strafgesetzen zu operieren vorhat. So kleinmütig, Herr Schick? Nichtgläubige haben nichts Äquivalentes an Schützenswertem aufzuweisen und bleiben verbales Freiwild für diejenigen, die sie regelhaft als menschlich und moralisch minderwertig bezeichnen (selbstverständlich ist das keine Beleidigung der Menschenwürde).

    Aber vielleicht will man darauf hinaus, dass insgesamt der Wind schärfer blase und man zwar zahlenmäßig schrumpft, aber doch zur leninistischen Kaderorganisation; dafür gibt es ja Anzeichen. Eigentlich müssten gerade „Feinde der Kirche“ wünschen, dass Herrn Schicks Gesetz käme, denn diese stünde dann entweder saudiarabisch oder zahnlos da, beides nicht unbedingt zum Vorteil. Solche Konsequenzen einzusehen überfordert aber wohl. Überhaupt liegt es nahe zu bezweifeln, ob die Funktionärswelt schickscher Sorte und ihre publizistischen Trompetare realisiert haben, in welchem Jahrhundert und Erdteil wir leben.

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  4. Augenblick mal, Herr Bischof ! Sie und Ihresgleichen erzählen der Menschheit nun schon seit rund 2.000 Jahren zusammen fantasierte Märchengeschichten und wundern sich, wenn aufgeklärte Menschen den religiotischen Schwachfug nicht für bare Münze nehmen. Wollen Sie uns etwa weismachen, dass ihre Stories – die ja nichts anderes als unbewiesene Mythen und Legenden sind – die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit verkünden ? Wenn ja, dann darf ich doch gnädigst darum bitten, der Welt handfeste, nachprüfbare Beweise für ihren Mummenschanz vorzulegen. Das wiederum dürfte ihnen etwelche Mühe bereiten, denn in dem von ihnen verehrten Buch, der Bibel, widersprechen sich ja die diversen Autoren teilweise doch recht erheblich. Man darf nicht nur – und dies mit vollem Recht – an der Autorenschaft zweifeln, sondern muss feststellen, dass in diesem “Buch der Wahrheit” in erheblichen Maße Änderungen vorgenommen und Fälschungen eingebaut wurden.

    Wenn man in der Bibel liest, dann fällt einem unwillkürlich auf, dass sich darin überhaupt keine einheitliche Lehre und auch kein einheitliches Gottesbild widerspiegelt. Man versteht somit besser, was der atheistische Philosoph Ludwig Feuerbach (1804-1872) einmal sagte, nämlich: “Der Mensch schuf Gott nach seinem Bild”. Ich füge diesem Satz hinzu: “Und nicht umgekehrt, wie uns die Bibel weismachen will.” Und exakt diesen Eindruck vermitteln einem die katholischen und evangelischen Pfaffen. Religion ist letzten Endes nichts anderes als ein Mittel zur Disziplinierung des Volkes und ein probates Mittel, um Macht über die Köpfe der Menschen auszuüben.

    Und nun sollen – wenn es nach dem Willen des Erzbiuschofs Schick ginge – diejenigen bestraft werden, die gegen dieses gewaltige Lügengebäude angehen ? Das darf doch nicht wahr sein ! Bestraft gehören vielmehr diejenigen, welche diese mittlerweile mehr als 2.000 Jahre andauernde Volksverdummungs-Kampagne weiterhin fördern und unterstützen ! Was mich anbetrifft würde ein Blasphemie-Gesetz mich nicht daran hindern können, dem verlogenen Pfaffengesindel weiterhin einen Spiegel vorzuhalten !

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