Der Staat darf nicht zum Religions-Lenker werden


© DAPD In Österreich wird seit 1982 islamischer Religionsunterricht erteilt. Ergebnis: hohe Abmeldequoten und die Erfahrung, dass sich heterogene islamische Strömungen nur bedingt in einen einheitlichen Unterricht integrieren lassen. Dieser Akzeptanz-Test steht in Deutschland jetzt bevor

In Nordrhein-Westfalen gibt es demnächst islamischen Religionsunterricht. Doch was von manchen als Meilenstein der Integration gefeiert wird, sehen andere als Verfassungsbruch auf Zeit.

Von Gernot FaciusWELT ONLINE

Der Slogan „Hessen vorn“ stand von 1962 an für die schier unendliche Experimentierlust sozialdemokratischer Landesregierungen in Wiesbaden, vor allem in der Schulpolitik. Nun hat das rot-grüne Kabinett in Düsseldorf den flotten hessischen Werbespruch adaptiert und die Spitze des Fortschritts für sich reklamiert: Wenn am 22. August das neue Schuljahr beginnt, ist Nordrhein-Westfalen das erste Bundesland, das flächendeckend islamischen Religionsunterricht einführt, schrittweise an Grundschulen. Ein „Meilenstein für mehr Integration“, jubeln seine Befürworter.

weiterlesen