Tagungsrückblick: Die Evolutionsbiologie in der Diskussion


Korallenriff
Bild: flickr/brightsblog

Die Diskussion um die Deutung der Evolutionsbiologie und ihr Verhältnis zu religiösen Vorstellungen von der Schöpfung hat eine zweifache Abgrenzung vorgenommen – die Bilanz einer Tagung zur Evolutionsbiologie.

Von Dr. Frank VogelsangEvangelische Akademie im Rheinland

„Sie hat einerseits eine Abgrenzung gegen eine religiös-konservative Infragestellung der Evolutionsbiologie vorgenommen, andererseits eine Abgrenzung gegen einen weltanschaulichen Missbrauch der Evolutionsbiologie etwa durch die Behauptung, dass mit der Evolution ein Gottesglaube widerlegt sei“, bilanziert Dr. Frank Vogelsang die Tagung „Evolutionsbiologie am Anfang des 21. Jahrhunderts“, die im Juli 2012 in der Akademie stattgefunden hat.

Im Mittelpunkt stand die Diskussion um die Deutung der Evolutionsbiologie und ihr Verhältnis zu religiösen Vorstellungen von der Schöpfung. Kooperationspartner war die Arbeitsgemeinschaft „Evolution in Biologie, Kultur und Gesellschaft“. Der gemeinnützige, wissenschaftliche Verein will das interdisziplinäre Konzept der Evolution verdeutlichen.

Es zeigte sich, dass die Evolutionsbiologie eine lebendige Wissenschaft ist, die immer wieder vor neuen Herausforderungen steht und diese im interdisziplinären Diskurs zu lösen versucht. Deutlich wurde aber auch, dass es außerordentlich wichtig ist, populäre Interpretationen der Evolutionsbiologie kritisch zu befragen. Wie kaum eine andere Wissenschaft wird die Evolutionsbiologie immer wieder zu weltanschaulichen Deutungen herangezogen. Das gilt insbesondere, wenn man von der strengen methodischen Erkenntnis der Wissenschaften absieht und allgemeine Aussagen über die Welt ableiten will. Manche atheistische Positionen berufen sich zu Unrecht auf angeblich evolutionsbiologische Einsichten.

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5 Comments

  1. „Wir erleben hier die Fortsetzung des Ur-Themas “Ist die Erde möglicherweise doch eine Scheibe ?”“

    Besser kann man es nicht formulieren.
    Moderne Schwurbler definieren dann einfach „Scheibe“ zur „Kugelgestalt“ um und entkernen den ursprünglichen Wortsinn.

    Es ist die Fortsetzung von:
    Ist „Zeitkernigkeit“ und „natürliche Selektion“ nicht vielleicht unter gewissen „Tricksereien“ in Wahrheit(TM) doch „Zeitkernlosigkeit“ – „Gottes Wille“ oder eben „InTeLiGeNt dEsIgN“ <- Beliebiges Glaubensgedöns einfügbar.

    Dabei sind Kreationisten sogar noch recht aufrichtig in der ganzen Diskussion.

    Die Berufsschwurbler sind es nicht.
    Die benutzen ganz eigene Definitionen von Begriffen, die dabei so weltfremd sind, dass ihr einziger Zweck darin zu bestehen scheint, sich das ganze Gewäsch ein klein bisschen "konsistent" zu lügen, was sie von sich geben.

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  2. Die Fakten der Entwicklung des Lebens auf der Erde widerlegen die philosophische Position der Teleologie.
    Denn „Zeitkernigkeit“ (bei allem, selbstverständlich auch den Selektionsprozessen) ist der Overkill dieses philosophischen Possenspiels.

    Da die Teleologie prinzipiell falsch ist, brechen alle Weltanschauungen, ob religiös oder andersartig mit dieser Position in sich zusammen.

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  3. Es gibt von atheistischer Seite keine »Behauptung, dass mit der Evolution ein Gottesglaube widerlegt sei«, sondern nur von theistischer Seite die Behauptung, dass es auf atheistischer Seite eine solche »Behauptung, dass mit der Evolution ein Gottesglaube widerlegt sei«, gibt.

    Es gibt allerdings die Einsicht, dass durch die Evolution, der Kreationismus der Bibel widerlegt und in jedweder anderen Form zumindest überflüssig ist.

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  4. Wir erleben hier die Fortsetzung des Ur-Themas „Ist die Erde möglicherweise doch eine Scheibe ?“

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