Hinduismus, Buddhismus und Judentum zur Finanz- und Wirtschaftskrise


Der praktizierende Buddhist wendet die Grundüberzeugungen des Buddhismus auf das Wirtschaftsleben an. (Bild: picture alliance / dpa /Bernd Settnik)

Ethische Maßstäbe für ökonomisches Handeln: Die christliche Wirtschaftsethik entlässt den einzelnen Unternehmer häufig aus der Verantwortung, sich moralisch zu verhalten. Ganz anders die Ethiken der östlichen Religionen: Sie kritisieren das Menschenbild des Homo oeconomicus.

Von Monika KonigorskiDeutschlandfunk

Die östlichen Religionen kritisieren vor allem das Menschenbild, das sich durch eine einseitige Fokussierung auf die Gewinnmaximierung herausgebildet hat: den sogenannten „Homo oeconomicus“ – jenen Menschen also, der allein nach wirtschaftlichen Kriterien handelt. Padmanabhan Menon lehrt am Institut für Hinduismus-Forschung und Management im indischen Bangalore. Er kritisiert:

„Das Menschenbild der modernen Wirtschaft ist allein der Mensch, der Profit erwirtschaftet. Das ist ein sehr eng gefasstes Modell. Alle Handlungen eines Menschen beruhen demnach auf der Überlegung, was für ihn profitabel ist. Was ihm den maximalen Gewinn einbringt.“

Nach hinduistischer Überzeugung wird der Mensch dagegen nur dann glücklich, wenn er das sogenannte „Dharma“ erfüllt und aufrechterhält. Dharma – das bezeichnet eine ewige, präexistente überzeitliche, kosmische Ordnung. Padmanabhan Menon:

„Dharma ist ein Sammelbegriff, der viele verschiedene Bedeutungen haben kann: In manchen Zusammenhängen bedeutet er Gerechtigkeit, aber Gleichgewicht, das richtige Verhalten, das Falsche zu unterlassen. All diese Vorstellungen werden vom Dharma umfasst. Und das eigene Gewissen sagt einem, ob das, was man tut, dharmisch ist, also der Ordnung des Dharma entspricht, oder nicht. Das ist die Idee.“

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