Ach, vergesst das Christentum


Für viele ist er längst verschwunden. Für einige kommt er nun als eine Art Handlungsreisender zurück
Illustration: Jan Stoewe für der Freitag

Oh Gott Wahrscheinlich gibt es sogar eine Rückkehr der Religionen. Jürgen Habermas spricht ja auch davon. Der Nutzen für die gesellschaftliche Solidarität aber dürfte klein sein

Von Andreas Roedigder Freitag

„Religion und Politik“, so heißt ein Exzellenzcluster an der Universität Münster. „Religion und Politik“, so heißt auch eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung von 2007. Und eine der Bundeszentrale für politische Bildung von 2002. Ebenso wie ein Forschungsbereich an der Humboldt-Universität. Und, kleine Stichprobe, im Karlsruher Virtuellen Bibliothekskatalog finden sich allein 243 deutschsprachige Publikationen aus den vergangenen zehn Jahren zu diesem Titelstichwort.

Seit den Anschlägen auf das World Trade Center von 2001 musste die Frage nach der Religion wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. Damals trat plötzlich ein Fundamentalismus auf den Plan, in dem sich religiöse von politischen Motiven nicht mehr trennen ließen. Es war, als hätte da plötzlich ein Feind eine Waffe gezogen, die der in säkularen Träumen schlummernde Westen zu lange nicht auf Vordermann gebracht hatte. In sicherer Reaktion darauf – und auf verstärkte Migrationsbewegungen – musste eine Besinnung auf die eigene christlich geprägte Kultur einsetzen.

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1 Comment

  1. Die religiösen Mythen spiegeln deutlich das Unwissen der schreibenden Evangelisten wieder, sie enthalten kaum reale Orte, Handlung und Personen, alles ist Fiktion zur Erklärung natürlicher Vorgänge. Die werden als Plan von Tausenden Göttern wie die der Römern, Griechen, Ägyptern, Asiaten, Amerikanern, Nordeuropäern und x-beliebigen Kulten ausgelegt.

    Ein besonderer Fall ist der „Kirchensprech“ des Christentums, mit Adjektiven wird ein Eindruck erweckt, der das genaue Gegenteil der Realität ist. Wenn sich der oberste Religiot als „all-wissend“ und „all-gütig“ bezeichnet, hat er als rücksichtsloser Despot absolut keine Ahnung von der Sache. Wer eine Aussage als „ewig wahr“, „unantastbar“, „absolut“ usw. bezeichnet, belegt sie als erlogen oder frei phantasiert. Wer mittels religiöser Verehrung und Beten „Glück und Zufriedenheit“ verspricht, dem bringt das real Leid, Not und Elend. Manche Begriffe sind durch zu viele Skandale negativ besetzt, sie werden werbemäßig umdefiniert. So hat die RKK keine Exorzisten mehr, sondern nur noch „Beauftragte im Befreiungsdienst“ und pädophile Kinderficker der RKK sind demgemäß jetzt „Beauftragte im Beglückungsdienst“

    Zur Zeit des Prokurators Lucceius Albinus wird um 63 n.C. ein Jesus als Christ erwähnt (Antiquities 20-9). Er wird mit seinen gesetzlosen Kumpanen gefangen und nach einem Streit von König Agrippa II mit Hohepriester Ananus gesteinigt. Eine genaue Vorlage des Jesus Märchens erfunden von Evangelisten, die keine Ahnung hatten wann und wer unter welchem Herrscher der Märchenprinz war.

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