Die Dialektik der Gegenaufklärung


Die Debatte um Beschneidung ist nicht nur eine Debatte zwischen Gegnern und Befürwortern der Beschneidung, sondern viel mehr noch ein Streit zwischen Gegnern und Befürwortern der Debatte selbst.

Von Thierry Chervelperlentaucher.de

Denn viele der Gegner stört an der Debatte bereits, dass sie überhaupt geführt wird. Allein die Problematisierung von Beschneidung gilt ihnen bereits als Antisemitismus oder Islamophobie oder, wie Jörg Lau konstatiert, als beides zugleich und „ein und dasselbe“. Es ist auch die erste Debatte, in der Zaimoglu, Bahners und Broder mit grimmiger Miene Hand in Hand gehen. Viele der Autoren, die eben noch den Islamismus und seine Verharmlosung durch die Toleranzfraktion mit Vernunftargumenten bekämpfen wollten, bescheinigen nun all jenen, die die archaische Sitte der Beschneidung als Körperverletzung sehen, Antisemitismus im Namen eines „Kults der Vernunft„. Hannes Stein findet Antisemitismus bei Voltaire und schließt daraus auf achgut.de, dass Aufklärung antisemitisch ist. Matthias Küntzel, der im Perlentaucher ebenfalls schon die bloße Debatte selbst in den Verdacht des Antisemitismus rückt, opfert ihr gewissermaßen die Vernunft selbst: „Vernunft“, so schreibt er (und die Anführungszeichen sind von ihm), sei keine ethische Größe an sich. Und er möchte den „Kult der Vernunft“, diese „säkulare Ersatzreligion“ in die Religionskritik mit einbeziehen.

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1 Comment

  1. Gläubige sind in ihrer geistigen Einfalt obrigkeitshörig, ihr Denken ist zu inflexibel abweichende Positionen zu analysieren und Kritik zu verstehen. Glaube ist die logische Ursache schwacher Kritikfähigkeit und nicht etwa dessen Folge. Kritik ist religiös nicht diskutierbar, als Blasphemie wird sie mit Gewalt bis hin zum Mord unterdrückt.

    Es gibt offenbar auch nicht gläubige Menschen, die ähnlich den Religioten an einer Intelligenzminderung durch pathologische Gehirnschäden leiden, was nicht zwangsläufig einen reduzierten Intelligenzquotienten bedeutet.

    Antisemitismus bedeutet doch nur mit dem Verhalten und den Riten dieser Religionsform nicht einverstanden zu sein. Das muss man in einer Demokratie denken oder sagen dürfen, ohne gleich wegen Blasphemie angeklagt zu werden. Erst mit den christlichen Forderungen eines Martin Luthers und seiner Glaubensgenossern alle Juden zu mishandeln, ihr Hab und Gut zu klauen und durch Zwang per Ausweisung auszurotten, wird der Antisemitismus typisch religiös kriminell. Das war bei moralisch allerliebsten Christen immer so wie etwa bei der argentinischen Militärdiktatur des General Videla, der die RKK unter Nuntius Pio Laghi und Kardinal Raúl Primatesta beim spurlosen Verschwinden von 9.000 Menschen assistiert.

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