Physiker Zeilinger: Atheist sein, heißt auch glauben


Prof. Zeilinger bei einem Vortrag an der Universität Mainz am 11. Juli 2006, Bild wikipedia

Für den weltberühmten Quantenphysiker Anton Zeilinger sind Glaube und Naturwissenschaft kein Gegensatz. Gläubige und Atheisten könnten ihre Position beide nicht beweisen, sagte er in einem Interview mit dem österreichischen Nachrichtenmagazin „Profil“.

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Der Physik-Star Zeilinger schließt es aus, über Gott irgendwann in seinen Forschungen zu stolpern. „Den lieben Gott kann man nicht entdecken. Das ist eine Frage des Glaubens und nicht des Wissens“, stellt er klar. Selbst Wissenschaftler müssten an einiges glauben, zum Beispiel an die Gültigkeit der Naturgesetze. „Und Atheist sein heißt ja auch glauben – eben daran, dass es keinen Gott gibt. Auch das ist keine beweisbare Position.“

Gott sei nicht wissenschaftlich erfassbar, erklärt der Österreicher dem Magazin. Trotzdem könne man Gottes Rolle innerhalb der Naturwissenschaften finden, nämlich „dort, wo es grundsätzlich nichts Erklärbares gibt, etwa die Naturgesetze selbst, wie zum Beispiel die Schwerkraft. Denn warum gibt es Naturgesetze? Niemand weiß es, sie sind einfach da“.

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6 Comments

  1. @Argus7
    Die Gottesthese ist sowohl vom wissenschaftlichen als auch vom Standpunkt der Vernunft aus betrachtet nicht zu beweisen und somit falsch.
    —-
    Ich werden den Verdacht nicht los, das diese Religioten etwas ganz anderes meinen als das, was wir logisch normal denkende Menschen verstehen.

    Für Religoten ist der Gottesbeweis offensichtlich nicht anderes, als der ein persönliche unbedingte Glaube an den Zombie im Himmel. Mehr Abstraktionen erlaubt ihr Weltbild nicht, das würde zu Zweifeln und psychischen Störungen führen, die nur ein vatikanisch geprüfter Exorzist entwirren kann.

    Ein besonderer Fall ist der christliche „Kirchensprech“, Neudefinitionen erwecken den Eindruck des Gegenteils der Realität. Der Oberhirte bezeichnet sich als „all-gütig“ und „all-wissend“, als rücksichtsloser Despot ist er ohne Wissen in der Sache. Eine Aussage die als „ewig wahr“, „unantastbar“ oder „absolut“ gilt, ist ganz sicher erlogen oder frei phantasiert. Wer im Gebet zu Jesus die „Wahrheit“ erfährt, der hat nicht „Glück und Zufriedenheit“ zu erwarten, ähnlich der Waschmittelwerbung wird er von Mr. Propper mit bekackten Windeln und Elend verarscht. Viele Begriffe sind durch Skandale negativ besetzt und daher neu definiert um werbewirksam zu sein. So hat die RKK keine Exorzisten mehr, sondern nur noch „Beauftragte im Befreiungsdienst“ und pädophile Kinderficker der RKK sind demgemäß „Beauftragte im Beglückungsdienst“

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  2. Als Wissenschaftler müßte Zeilinger wissen, dass die These, dass Gott existiert, bewiesen werden müßte. Ein Beweis, der nun mal logischerweise nicht erbracht werden kann. Im Gegenzug ist es nicht Sache von Atheisten, die Nichtexistenz eines Gottes zu beweisen. Die Atheisten stellen ja keine These auf, sie widersprechen lediglich einer falschen, nicht zu beweisenden These.

    Eine These ist ein Gedanke dessen Wahrheitsinhalt eines Beweises bedarf. Der Verfasser einer These stellt eine Behauptung auf, die er beweisen muss. Ist die These nicht haltbar, muss sie verworfen werden. Eine These ist allgemein aufgefasst eine Aussage, die das Wesentliche aus einem Komplex von Aussagen pragmatisch hervorheben bzw. zur Geltung bringen soll.

    Wenn eine These falsch ist, kann auch keine Art der Beweisführung sie begründen. Um zum Beispiel in den Naturwissenschaften die Akzeptanz einer These im wissenschaftlichen Umfeld zu erhöhen, sollte eine These
    ein klares und genau definiertes Urteil sein, falsifizierbar sein, während ihrer Darstellung identisch bleiben,
    keiner anderen akzeptierten These widersprechen, keine andere akzeptierte These einschränken, keinen
    logischen Widerspruch enthalten, durch nachprüfbare Tatsachen belegt sein, kein evidentes Urteil sein.

    Die Quintessenz: Die Gottesthese ist sowohl vom wissenschaftlichen als auch vom Standpunkt der Vernunft aus betrachtet nicht zu beweisen und somit falsch.

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  3. @Rolo: „Und ob er will oder nicht, indirekt immer noch vom Wohlwollen der geldzuweisenden Politreligioten und ihren klerikalen Zuflüsterern, abhängig ist.“

    Richtig! Umso wichtiger ist es, dass man ihm mit Argumenten öffentlich widerspricht, quasi an seiner Stelle. (uwelehnert.de)

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  4. Prof. Zeilinger sagt mit seinen Worten nichts anderes als der „Alte Fritz“: -Soll doch jeder nach seiner Facon selig werden-
    Was soll er auch anderes sagen derweil er noch in der Öffentlichkeit steht. Und ob er will oder nicht, indirekt immer noch vom Wohlwollen der geldzuweisenden Politreligioten und ihren klerikalen Zuflüsterern, abhängig ist. Prof. Zeilingers Aussage ist in guter diplomatischer Form dargelegt.

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  5. (Wieso wird plötzlich mein Name (Uwe Lehnert) durch die ganz früher mal verwendete Abkürzung UawL ersetzt? Ich stehe offen zu meiner Meinung.)

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  6. Vorausgesetzt, dass der Artikel die Meinung von Prof. Zeilinger korrekt wiedergibt:

    Der Meinung von Prof. Zeilinger, dass auch der Atheismus eine Form des Glaubens sei, ist eindeutig zu widersprechen. Wenn zum Wesen einer Religion die Annahme einer jenseitigen Instanz gehört, die in irgendeiner Weise auf mein Leben Einfluss nimmt, dann ist es unsinnig und unlogisch, auch dem Atheismus religiöse Züge zuzusprechen oder gar auch als einen „Glauben“ zu bezeichnen. Im Gegensatz dazu, „glaubt“ der Naturwissenschaftler nicht an die Naturgesetze. Für ihn sind es Hypothesen, also wohlbegründete Annahmen über die Natur eines Phänomens, die für ihn solange Gültigkeit besitzen, wie sie sich „bewähren“, also nicht widerlegt wurden. Sie sind als wissenschaftliche Hypothesen so formuliert, dass sie grundsätzlich widerlegt werden können – im Gegensatz zur Existenz eines Gottes.

    Und wenn Prof. Zeilinger meint, die Naturgesetze könne man nicht erklären, dürfte er sich ebenfalls irren. Die Naturgesetze sind die von Menschen erkannten Regelmäßigkeiten des Verhaltens der Natur aufgrund der Eigenschaften der Materie. Diese Eigenschaften entstanden mit der Entstehung unseres Universums. Andere Universen könnten ganz andere Eigenschaften hervorgebracht haben, somit auch andere Naturkonstanten und Naturgesetze. Die Naturgesetze sind also konstante Verhaltensweisen aufgrund konstanter Eigenschaften, die wir als sog. Gesetze in die Natur hineinprojizieren.

    (Ich vermute: Hätten wir eine andere Mathematik, ausgehend von anderen Axiomen, und hätte sich unsere Sprache nicht am Mesokosmos (also in dem Bereich, in dem wir physisch agieren) entwickelt, sondern vielleicht im Mikrokosmos, dann hätten wir ganz andere sprachliche Begriffe hervorgebracht und auch die Naturgesetze hätten eine ganz andere Form erhalten. Spekulativ: Vielleicht gäbe es dann eine Physik, die – wegen der Ineinanderüberführbarkeit von Masse und Energie vielleicht einen gemeinsamen Begriff für Masse und Energie hätte mit der Folge, dass die gesamte Physik andere Grundgrößen kennen würde.)

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