Vielfältige Vorfahren


Meave Leakey, Turkana Basin Institute, (l.) und Fred Spoor, Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, (r.) sichten Fossilien am Turkana See. (Bild: National Geographic/Mike Hettwer)

Paläoanthropologie. – Die Wiege der Menschheit stand in Afrika, das wusste schon Charles Darwin vor mehr als 150 Jahren. Aber wann und wie hat sich unser Gattung Homo entwickelt? Bislang gingen Forscher davon aus, dass sie die Anfänge im Prinzip verstanden hatten. Doch nun präsentieren Paläoanthropologen im Fachblatt „Nature“ gleich drei neue Fossilien. Und die machen die Frühzeit des Menschen komplizierter als bislang angenommen.

Von Michael StangDeutschlandfunk

Die Ursprünge der menschlichen Gattung Homo liegen noch weitestgehend im Dunkeln. Irgendwann vor 2,5 und zwei Millionen Jahren ging sie aus der Gattung Australopithecus hervor, zu der auch die berühmte Lucy gehört. Trotz zahlreicher Fossilienfunde in den vergangenen Jahrzehnten streiten sich Paläoanthropologen weiter darum, wie viele Menschenarten vor knapp zwei Millionen Jahren gleichzeitig in Afrika gelebt haben. Gab es neben Homo erectus nur eine, vielleicht zwei oder sogar drei weitere Spezies, die sich irgendwo im menschlichen Stammbaum getummelt haben? Nun lichtet sich Meave Leakey zufolge das Theoriendickicht etwas. Die Paläoanthropologin vom Turkana Basin Institute in Nairobi hat zusammen mit ihrem Ausgrabungsteam gleich drei Fossilien entdeckt: einen Gesichtsschädel und zwei Unterkiefer.

„Die neuen Fossilien ermöglichen es uns zum ersten Mal klar zu unterscheiden, welche Fossilien nicht zu Homo erectus gehören. Zudem zeigen sie uns, dass die anderen Knochen zu zwei verschiedenen Gruppen gehören. Das bedeutet, dass es zu Beginn unserer Gattung Homo mehrere Gruppen gegeben hat und der Ursprung der heutigen Menschen tatsächlich sehr verschieden war.“

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1 Comment

  1. Machen wir uns bereit zu erfahren, dass wir möglicherweise unsere evolutionären Parallelversuche gewaltsam vom Erdboden getilgt haben. Das Leben ist kein Picknick!

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