Eltern sind „moralisch verpflichtet“, Designerbabies durch genetische Selektion zu schaffen


Bild: scientificamerican.com

Mit einer provokanten These macht Julian Savulescu, der Direktor des Oxford Centre for Neuroethics und des Oxford Uehiro Centre for Practical Ethics, gerade auf sich aufmerksam. Savulescu, der praktische Ethik lehrt und das Journal of Medical Ethics herausgibt, sieht uns mitten in einer „genetischen Revolution“ stehen, die wir aber weitgehend nicht nutzen dürfen, da etwa die Präimplantationsdiagnostik (PID) nur in Ausnahmefällen erlaubt ist.

Von Florian RötzerTelepolis

Wir hätten aber, so der Ethiker, eine „moralische Verpflichtung“, nicht der Natur ihren freien und zufälligen Lauf zu lassen, sondern „Designerbabies“ zu schaffen, also die genetischen Eigenschaften von Kindern zu prüfen, um diese zu optimieren. Noch lassen sich Kinder gentechnisch nicht verbessern, also müssten wir nach ihm verpflichtet sein, die befruchteten Eizellen mit unerwünschten genetischen Eigenschaften nicht in den Uterus einzusetzen bzw. Embryonen mit solchen Eigenschaften abzutreiben. Nicht der Zufall also, sondern „rationales Design“ sollte bei der Reproduktion herrschen. Wenn durch PID und Selektion bei der künstlichen Befruchtung bereits Embryonen ausselektiert werden dürfen, die ein hohes Risiko für schwere Erbkrankheiten haben, dann sei das weitere genetische Design nur eine „natürliche“ Folge.

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3 Comments

  1. Natürlich wird es Menschendesign geben in Zukunft, zuerst von den Reichen, dann von anderen Schichten, sofern wir uns nicht alle durch ABC-Waffen in die Steinzeit zurück befördern.
    Vielleicht nicht 2012 oder 2013 aber was ist mit den Jahren 2112, 2350 oder 4532 oder gar 93243?
    Die Zeiträume die man eigentlich planen müsste liegen im zehntausend und hunderttausend Jahre Bereich.

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