Wie der Ku-Klux-Klan nach Schwaben kam – polizeilicher Kirchenersatz?


Ein Neonazi-Sänger konnte in ganz Deutschland Mitglieder für den rassistischen Geheimbund rekrutieren, darunter zwei Polizisten. Erfahren sollte das niemand.

Von Wolf Schmidt taz

Glocken läuten. Es klingt wie bei „Hells Bells“ von AC/DC. Doch dann hört man eine tiefe Stimme, die auf Englisch brummt: „Arische Krieger der weißen Rasse, befreit eure Länder!“ Es folgen harte Gitarrenriffs, über die Neonazis im Chor „White Power“ grölen.

Der lärmige Rassistenrock der schwäbischen Band „Celtic Moon“ wäre wohl für immer in Archiven über die rechtsextreme Szene verstaubt. Doch wegen einer erst vorige Woche bekannt gewordenen Affäre um zwei Polizisten, die in einer deutschen Sektion des Ku-Klux-Klan mitmischten, wird die CD nun unerwartet interessant.

Im Begleitheft des um die Jahrtausendwende aufgenommenen Machwerks ist „Celtic Moon“- Frontmann Achim S. abgebildet. Der einstige Metzgerlehrling trägt auf dem Foto ein T-Shirt mit einem weißen Kreuz auf rotem Grund, in der Mitte prangt ein Blutstropfen – es ist das Logo des Ku-Klux-Klan.

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