Assange fordert Ende der „Hexenjagd auf WikiLeaks“


Erstmals seit Monaten ist Julian Assange öffentlich aufgetreten. Er sprach vom Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London. Von den USA forderte er ein Ende der politischen Verfolgung und die Freilassung des mutmaßlichen WikiLeaks-Informanten Bradley Manning.

Die „Hexenjagd auf WikiLeaks“ müsse aufhören: Vom Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London aus hat Julian Assange die US-Regierung und Präsident Barack Obama kritisiert. Eine große Zahl Unterstützer jubelte Assange bei seiner knapp zehnminütigen Ansprache zu.

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2 Comments

  1. Zum gleiche Thema heute in IHT Global Edition of the New York Times 22.08. 2012 Seite 8 Opinion 

    Die weltbekannten US Filmemacher Michael Moore und Oliver Stone sind über diese rechtliche Charade europäischer Länder mit den USA sehr beunruhigt. 

    „Wenn Julian Assange (Wikileak) von Grossbritannien über Schweden an die USA ausgeliefert wird, werden die Folgen jahrelang Rund um den Globus nachhallen. 

    Julian Assange ist kein US Bürger und keine seiner Aktionen haben auf amerikanischen Boden stattgefunden.

    Wenn die USA einen Journalisten unter solchen Umständen gegen seinen Willen in die USA verbringen können um ihn dort strafrechtlich zu verfolgen, könnte die Russische- wie auch die Chinesische Regierung – mit der gleichen Logik verlangen, dass ausländische Reporter die irgendwo auf dem Erdball arbeiten, auch inach Russland oder China ausgeliefert werden, weil sie die Gesetze Russlands oder die Gesetze Chinas verletzt haben.

    Diese Rechtsfolgen sollten alle Bürger beunruhigen, ob sie nun Wikileak bewundern oder nicht.“

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  2. Grossbritannien und Schweden machen nun aus dem Australier Julian Assange einen europäischen Märtyrer für Menschenrechte. Schade dass unsere Regierungen das neue Europarecht -wieder mal an den Bürgern Europas vorbei- für eine vermutete US Charade ausbeuten (lassen?). 
    Das stärkt nicht gerade das Bürgervertrauen in unsere neuen europäischen Institutionen. Auch schon nach 9/11 hatten die USA Europas Institutionen für ein geheimes Progamm missbraucht, in dem offensichtlich -unter Bruch der für alle Mitgliedsstaaten des Europarates gültigen Europäischen Menschenrechtskonvention- nach Europa verschleppte US Gefangene auch noch innerhalb der EU gefoltert wurden.
    Jeder der im Internet unterwegs ist, kann herausfinden, dass die US Regierung mit allen Mitteln versucht Assange  -wegen der Weitergabe vertraulicher Dokumente an die Weltpresse über US Menschenrechts- und US Kriegsrechtsverletzungen  – habhaft zu werden. Offensichtlich wurde Assange auch schon von einem geheimen US Gericht angeklagt. Dies wird durch von Wikileak verteilte Dokumente des Australischen Aussenamtes unterfüttert und durch gehackte Memos des „Schatten-CIA Stratfor“, wie wie es das US Magazin Barron’s 2010 bezeichnete. (quelle wikipedia)

    Warum können die konservative britische Regierung David Cameron und die den US Republikanern nahestehende schwedische Regierung John Reinfeldt denn sonst dem durch die Verfolgung spektakulärer internationaler Menschenrechtfälle (auch zu Guantanamo) bekannte ex-Richter Balthasar Garzón und jetzigen Assange Anwalt NICHT bestätigen, „eine Überstellung Assanges zur Befragung über ein noch nicht mal angeklagtes Vergehen nach Schweden, schliesse eine Auslieferung Assanges in die USA wegen Wikileaks aus?“

    Siehe (Bush aide Ken) Rove Suspect In Swedish-U.S. WikiLeaks Prosecution

    http://justice-integrity.org/index.php?option=com_content&view=article&id=213:rove-suspected-in-swedish-us-political-prosecution-of-wikileaksblog-title-click-to-edit&catid=44:myblog

    Das weitere Schicksal Assanges hängt offensichtlich allein von den USA ab und steht im Kontrast zu zwei anderen prominente „Märtyrern“, die US Botschaften zum Asyl gewählt hatten: 

    1) Der blinde chinesische Dissident Chen Guancheng flüchtet im Frühjahr 2012 in die US Botschaft in Peking. Er bat zu seinem Schutz mit der US Aussenministerin Hillary Clinton in die USA ausreisen zu dürfen.

    „Wir denken, China ist für Chen kein sicheres Land – auch nicht außerhalb seiner Heimatprovinz Shandong. Denn wir gehen davon, dass die Verfolgung, die Chen dort erlebte, nicht von örtlichen Kadern ausging, sondern von der Zentralregierung genehmigt wurde“, sagte Wang Songlian von der Hongkonger Gruppe Chinese Human Rights Defenders.

    http://www.tagesschau.de/ausland/chen120.html

    2) Kardinal Jósef Mindszenty’s Flucht im Oktober 1956 in die US Botschaft in Budapest (nach Wikipedia)

    „In einer Radioansprache am 3. November unterstützte er (Kardinal Jósef Minszenty, die neue (freie ungarische) Regierung unter Imre Nagy. Da die Rote Armee in Budapest einmarschierte und den Aufstand niederwarf, floh er am folgenden Tag in die US-amerikanische Botschaft in Budapest. Dort erhielt er Asyl….
    Als die USA eine Beendigung des Kalten Krieges wünschten und auch der Heilige Stuhl eine Annäherung an die kommunistischen Regierungen in Osteuropa suchte, wurde der Fall Mindszenty ein Hindernis für eine Entspannung. Mindszenty hatte schon früher das Angebot des Papstes abgelehnt, Ungarn zu verlassen und ein Kurienamt in Rom zu übernehmen. Ab 25. Juni 1971 verhandelte Prälat József Zágon mit ihm im Auftrag…. Da aber auch Präsident Richard Nixon zur Ausreise riet, erkannte Mindszenty, dass er in der amerikanischen Botschaft  unerwünscht war,….

    http://de.wikipedia.org/wiki/József_Mindszenty

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