«Bartkrieg» im Namen des Glaubens: Amische vor Gericht


Amische leben zurückgezogen ohne Strom, Telefone oder Autos. Foto: Matthew Cavanaugh ©dpa

Lange Bärte, dunkle Hüte, Pferdekutschen – Zwischen Korn- und Maisfeldern im Osten von Ohio leben sie, als hätte jemand die Zeit zurückgedreht. Ohne Strom. Ohne Gewalt. Doch der Frieden der Religionsgemeinschaft der Amischen in den USA ist gestört.

Weser Kurier

Gewaltsame «Bartrasierer» versetzten die größte amerikanische Amisch-Gemeinde in Angst und Schrecken. Ab heute stehen 16 Mitglieder der bibeltreuen Gemeinde vor einem Gericht in Cleveland. Wegen religiös motivierter «Hassverbrechen» droht ihnen lebenslange Haft.

Die «Racheengel» weckten Myron Miller und seine Frau Arlene aus dem Tiefschlaf. Fünf bis sechs Männer mit langen Bärten und Hüten standen im Schein der Petroleumlampe vor der Tür. So beschreibt es das Paar zumindest in der «New York Times». Bewaffnet mit Scheren und batteriebetriebenen Rasierern. Sie rissen Miller hinaus in die Dunkelheit und kappten seinen langen schwarzen Bart. «Normalerweise hält mein Mann eher die zweite Wange hin, wenn ihm jemand etwas tut», sagte seine Frau der Zeitung. «Doch instinktiv wehrte ich mich», gestand Miller. Denn der Bart ist so ziemlich das Heiligste, was ein Amisch am Leibe trägt. Seine Zwangsrasur die größte Demütigung. Miller und ein Leidensgenosse brachten einen Prozess ins Rollen, der Seinesgleichen sucht.

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1 Comment

  1. Quote von oben …:

    Denn der Bart ist so ziemlich das Heiligste, was ein Amisch am Leibe trägt.

    Lange Bärte sind oft die Feigenblätter der Religioten. Das ist wohl ein Überbleibsel aus der Geburtszeit der Monotheisten.
    Miller hat es gut, zu mir kommt nachts niemand der mich rasiert. Ich schneide mir das Heiligste jeden Tag aufs Neue selbst. 😆

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