Mormonen in Furcht vor feindseliger Öffentlichkeit


Taufe in einer Berliner Gemeinde der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, auch als Mormonen bekannt ©dpa

In Deutschland leben knapp 39.000 Mormonen, doch kaum eine Religionsgemeinschaft muss mehr Spott ertragen. Die Kandidatur des Mormonen Mitt Romney bringt Aufmerksamkeit – auch unerwünschte.

Von Konrad PutzierWELT ONLINE

Wer in der Berliner Mormonengemeinde Lankwitz eine Predigt halten will, braucht kräftige Stimmbänder. Der junge Mann im Anzug, der heute am Rednerpult steht, hat sie nicht. Schüchtern räuspert er sich und versucht, „Zeugnis“ abzulegen.

Seine Widersacher sitzen in Zweierteams auf den Beinen ihrer Mütter, rennen an den Holzbänken entlang, kneifen ihre Geschwister, weinen und rufen nach Herzenslust. Zu hören ist bei seiner Rede dann in etwa Folgendes: „Ich möchte Zeugnis abgeben, dass wir eine“ – „Mama!“ – „eine wiederhergestellte Kirche Gottes haben“ – „Waaaaaah!“ – „die von einem Propheten, Thomas S. Monson, geführt wird“ – „Dada! Dada!“ – „ich weiß, dass er ein Prophet ist!“ – „Auto!“. Als der Mann seine Predigt beendet hat, wirkt er erleichtert.

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6 Comments

  1. @ Gerd Skippe

    Noch etwas: Das Beispiel, welches der Mormone Mitt Romney derzeit bietet, zeugt nicht gerade von selbstloser Menschenfreundlichkeit. Diese zwiespältige Haltung ist zwar auch bei sog. Christenmenschen häufig anzutreffen. Religion ist für diese Menschen eben nicht der Hauptgrund weshalb sie sich als gottgläubig darstellen. Dahinter stehen oftmals politische Ambitionen und Interessen. Religion ist für diese Leute lediglich ein Vehikel, welches ihre eigentlichen Interessieren transportieren soll. Den doofgläubigen Religionsanhängern fällt das aber nicht weiter auf, wie das Besipiel Romney deutlich macht. Insofern muß ich „emporda“ zustimmen, der diese Sorte von Gottgläubigen durchaus als schädlich für die Allgemeinheit wertet. Die Masse der Gottgläubigen ist jedoch einfach nur zu behämmert, um den Schwindel zu erkennen. Wer auf den Reli-Schwindel abfährt, wird letzten Endes auch häufig ein Opfer von Politikern, welche die Religion nur als Mittel zum Zweck nutzen.

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  2. @ Gerd Skippe

    Da du mich nicht näher kennst, kannst du nicht wissen, dass ich nicht einfach so aus dem Bauch heraus argumentiere. So habe ich z.B. stundenlange Gespräche mit Mormonen in den USA (direkt in Salt Lake City) und mit in Deutschland missionierenden jungen Männern (sie bezeichnen sich selbst als. Elder) geführt. Dass ich diesen Missionaren die Story mit Joseph Smith – und die angebliche Begegnung mit dem Engel Moroni – nicht abgenommen habe, kannst du als gegeben voraussetzen. Die Erfahrungen deines Vaters in Ehren, aber auch er ist in einer verzweifelt erscheinenden Lage (der 2. Weltkrieg) auf der Suche nach einem Halt, eben bei den Mormonen gelandet. Menschen neigen nun mal dazu, sich solcher Krücken, wie der Religion, zu bedienen, wenn sie vom versagenden Christentum enttäuscht waren. Der religiöse Selbstbetrug ist nun mal kennzeichnend für viele Menschen, die nach einer Lebenshilfe suchen. Zufällig ist dein Vater bei den Mormonen gelandet. Jetzt mußte er nur noch die Kröte mit dem Engel Moroni schlucken und schon funktionierte es mit der mormonischen Lebenshilfe. Dass sich ein Atheist in einer solchen Situation anders verhält und nicht gleich hilfesüchtig dem erstbesten Reli-Schwindel nachläuft, ist der Tatsache geschuldet, dass ein Atheist das realistische Vernunftdenken nun mal vor den kindlich anmutenden, selbstbetrügerischen Glauben stellt. Damit ist eigentlich schon alles gesagt, aber ich befürchte, dass du als Mormone nicht in der Lage bist, zu erkennen, dass dein Glaube lediglich ein Erbe deines Vaters ist, dem nachzueifern du dich als sein Sohn verpflichtet fühlst. Es ist somit nicht dein eigenständiges, selbstbestimmtes Denken, welches dich zum Mormonen werden ließ, zu diesem selbständigen Denken bist du offenbar gar nicht fähig. Das ist zwar keine Frage der Intelligenz, sondern lediglich der Vernunft, die aber einem auf den Glauben fixierten Menschen offenbar abhanden gekommen ist. Da hat eben einmal mehr die frühkindliche Gehirnwäsche ihre Wirkung gezeigt.

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  3. Lieber Argus, wieviele kennst Du näher, von denen die Du für selten dämlich hältst?
    Mein Vater wurde Mormone, weil sich ihm nach langem Suchen keine bessere Alternative anbot.
    Er sah, 1932, dass zahlreiche Menschen entweder auf die kommunistische oder auf die Hitlerpropaganda schworen und dass es in beiden Fällen zur Katastrophe kommen würde. Er war also klug genug den atheistischen Werbestrategen die Stirn zu bieten.
    Das traditionelle Christentum missfiel ihm, weil er meinte, da hätte es unter den Traditionschristen zuviele Kriege gegeben.
    Die Ratschläge die er mir gab waren allesamt menschenfreundlich, sie zeigten seine Toleranz, die ihm bei den Mormonen gefiel.
    Ich selbst praktizierte was Mormonismus lehrt, und das bescherte mir ein reiches Leben, eben weil ich manche Klippen umschiffte, an denen andere schweren Schiffbruch erlitten. Während viele Ehen um mich herum zerbrachen, bestanden die meiner mormonischen Freunde, weil sie taten wozu ihnen ihre Kirche riet. Also ganz so dämlich, wie sich das einem Aussenstehenden darbietet sind wir nicht.
    Freundliche Grüße
    Gerd Skibbe.
    PS. ich habe eine Menge zu diesem Thema geschrieben.
    Gib in die Google-Suchspalte meinen Namen ein. da findest Du mehr.
    Und die Antwort, auf die Frage ob es Intelligenzen im Weltall gibt, die weiter entwickelt sind als wir, lautet: Seid nicht so vermessen!

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  4. @Argus
    Gläubige gleich welcher Religion sind durchaus gefährlich für unser Wohlergehen und die Lebensqualität

    Die „London School of Economics and Political Science“ ermittelt 2009 per Befragung von 14.000 US-Jugendlichen Werte des Intelligenz-Quotienten bei Atheisten über 106, bei religiös Gläubigen unter 95 und bei Fanatikern unter 70. Religion als negative Auslese der Menschheit repräsentiert die untersten Schichten, Gläubige sind einseitig gebildet, geistig bequem aber sehr vermehrungsfreudig. Eine Umfrage der Royal Society besagt 3,3% britischer Akademiker, aber 68,5 % der Briten glauben an Gott – eine Bestätigung von „je frommer umso dümmer.“ Religioten kapseln sich in ihrer sozialen Schicht ab durch Beruf, Nachbarschaft, Kirchenkreis und diskriminieren dabei Außenstehende bis hin zum Mord.

    Gläubige zweifelen an der wissenschaftlichen Methode sofern man sie überhaupt begreift, dann an der Existenz der Beweise, zuletzt am Moraldiktat, niemals am religiösen Wahn im Kopf, der als Kind durch „Brainwash“ existent ist. Fakten und historisches Wissen sind bedeutungslos, Details nicht relevant. Logisches Denken hat unter dominanter religiöser Prägung das niedrigste mögliche Niveau. Ein Disput mit Gläubigen ähnelt stark dem mit Alzheimer Patienten, bei denen Teile des Gehirns nur noch bedingt funktionieren. Bekommen die ihren Willen nicht, werden sie aggressiv oder gar gewalttätig und Missachtung jeglicher Moral. Die religiösen Grausamkeiten entlarven den psychopathologischen Wahn als krasse Inkompetenz.

    Je besser die Bürger in die moderne Wissens- und Leitungsgesellschaften integriert sind und das wichtige Wissen beherrschen, je mehr sind Wohlstand, Rechtssicherheit und soziale Vorsorge verbreitet und die Säkularisierung als Befreiung vom infantilen Aberglauben schreitet voran.

    Neben der Förderung freier und unabhängiger Wissenschaften ist die gesellschaftliche Wertschätzung der dafür tätigen Menschen wichtig, ohne dass sich Religioten wegen paranoider Verweigerung der Realität beleidigt fühlen dürfen. Je mehr Theokraturen und Despotismus mit einem all-wissenden Popanz als Oberhirten Mythen als ewige Wahrheit verbreiten und den Menschen eine paranoide Moral als Ersatz für Wissenschaft und Medizin verordnen, je fataler wirken sich so ein Dämonenkult aus und negiert die Menschenrechte.

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