R. Dawkins: Ein Mormone als Präsident von God’s own country? No, please!


Richard Dawkins, Bild: humanisten.info

Warum die Warnung vor einem mormonischen US-Präsidenten keine religiöse Diskriminierung, sondern sachlich berechtigt ist.

Von Kurt Remele Die Presse

Der renommierte britische Biologe und Religionskritiker Richard Dawkins äußerte sich wie folgt über den Mormonen Mitt Romney, der nächste Woche offiziell zum Präsidentschaftskandidaten der Republikanischen Partei gekürt wird: „Wenn ich weiß, dass ein zur Wahl stehender Politiker privat daran glaubt, dass im 19. Jahrhundert ein Mann namens Joseph Smith einige Goldplatten ausgrub, sie mithilfe eines Steines und eines Zylinderhutes las und dann aus irgendeiner antiken Sprache in ein Englisch des 16. Jahrhunderts übersetzte, habe ich starke Vorbehalte, ihn zu wählen. Warum sollte ich für einen Mann stimmen, dessen politische Erklärungen vielleicht vernünftig sein mögen, dessen private religiöse Überzeugungen jedoch lächerlich und verrückt sind?“

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2 Comments

  1. Ich glaube persönlich ehrlich gesagt nicht, dass das ein großes Problem ist, aus zwei Gründen:

    1) Penn Jillette hat mal über Obama gesagt, dass dieser offensichtlich intelligent sei. Und bei einem intelligenten Menschen gehen wir einfach davon aus, dass er nicht wirklich an die bescheurten Dinge glaubt, die seine Religion ihm sagt. So ähnlich halte ich es auch bei Romney. Obama glaubt nicht an die sprechende Schlange, und Romney glaubt nicht an die goldenen Tafeln oder magische Unterwäsche.

    2) Der US-Präsident hat praktisch überhaupt keine Macht darüber, eventuell vorhandene absurde religiöse Ansichten auch durchzusetzen. Man darf nicht vergessen, dass es die Amerikaner, trotz einem hohen Prozentsatz streng bibelgläubiger Menschen, immer noch schaffen, einen wesentlich säkulareren Staat zu haben als wir in Deutschland, wo wirklich fast niemand an eine wörtliche Auslegung der Bibel glaubt.

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  2. Es besteht Grund zu der Annahme, dass der US-Präsidentschaftskandidat Romney nicht wirklich an die Story mit den von Joseph Smith (angeblich) gefundenene Goldplatten glaubt. So bekloppt kann doch kein Mensch sein. Romney benutzt die Religion lediglich als Mittel zum Zweck, denn je dümmer seine Gefolgschaft ist, umso leichter gelingt es ihm, diese Schafherde zu beherrschen und für sich einzuspannen. Selbst wenn die Mehrheit der republikanischen Wähler den Mormonen mit Misstrauen begegnet, wird letzten Endes der allseitig (bei der Mehrzahl der Wähler) präsente Gottglaube diese Bedenken in den Hintergrund treten lassen. Wir erleben derzeit den klassischen Kampf zwischen einem extrem unsozialem Kapitalismus und europäisch geprägtem Sozialismus. Der Gottglaube selbst dient den Amis lediglich als Alibi und steht in krassem Gegensatz zu den eigentlichen christlichen Werten. An diesen vorgeschobenen Werten vermisst man nämlich bei den Republikanern die sozial motivierte Substanz. Daraus folgt, dass die Gläubigkeit der Amis die reinste Mogelpackung ist. Gerade gut genug, um das gottlgläubige Wahlvolk bei der Stange zu halten und einzulullen. Die Religion bzw. die Gottgläubigkeit ist somit lediglich das Vehikel, das alle US-Präsidentschafts-Kandidaten nutzen müssen, wenn sie im Weissen Haus ankommen wollen.

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