Mohammed-Schmähvideo: Syrische Aktivisten spotten über wütende Araber


Bild: Chronicle Syria/Flickr

Die Gegner von Syriens Machthaber Assad verstehen die Welt nicht mehr: Ein einziges Mohammed-Schmähvideo bringt die Araber zur Raserei, während sie das tägliche Morden in Syrien kalt lässt. In diesem Propagandakrieg bleibt den Aktivisten nur eine Waffe – ihr schwarzer Humor.

Von Raniah Salloum, Beirut | SPIEGEL ONLINE

Jamen sucht seine Rettung in diesen Tagen im Zynismus. Für den 28-jährigen Muslim aus Damaskus steht fest, wer der wahre Profiteur des 15-minütigen Schmähvideos über den Propheten Mohammed ist, das in den vergangenen Tagen Gewalt und Krawalle vor mehreren US-Botschaften in der arabischen Welt ausgelöst hat: „Baschar al-Assad schreibt sicher gerade einen Dankesbrief an den Regisseur“, sagt der Gegner des syrischen Machthabers SPIEGEL ONLINE.

Viele Syrer sind fassungslos und wütend wegen der Botschaftskrawalle. In ihrem Land werfen Truppen von Assad weiterhin täglich Bomben auf Zivilisten ab, doch das führt im Nahen Osten kaum zu Protesten. Nach Angaben von Aktivisten starben allein am Donnerstag mehr als 160 Menschen, begraben unter den Trümmern ihrer Häuser, verletzt bei Explosionen oder angeschossen im Kreuzfeuer der Assad- und Rebellen-Milizen. Aber der Kurzfilm eines einzelnen mutmaßlichen Extremisten entflammt die Gemüter.

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3 Comments

  1. Man muss und sollte dringend zwischen einzelnen Menschen und einer gesellschaftlichen Situation unterscheiden können

    Ich bin mir bewußt, welchen Kriterien in der Wirtschaft, im Rechtssystem und in der Politik ich meine friedliche und auskömmliche Existenz verdanke, besonders weil die Famlilie gleich mehrfach alles politischen Hazardeuren opfern mußte, die ähnlich den Religionen das Himmelreich versprochen haben und die fieseste Hölle lieferten

    Gleichzeitig sehe ich, dass der Islam als Gesellschaftsform mir diese Existenz nicht bietet und niemals bieten könnte. Ich müßte alle meine Vorstellungen, Meinungen und Ideale verschotten, um in der religösen Diktatur zu überleben und dabei eine Existenz erdulden, die mir zutiefst zuwider ist.

    Deswegen kritisiere ich den Islam hart, die Menschen dort sind zu bedauern. Sie werden als politische Stimmungsmasse von abgefeimten Despoten zum eigenen Vorteil mißbraucht. Sie merken es nicht, weil sie als Analphabeten nie gelernt haben, was freie und unabhängige Information ist und für sie bedeuten könnte. Selbst erste Ansätze einer Veränderung gehen voll daneben, da keiner einen blassen Schimmer hat, was Demokratie ist und wie sie funktioniert

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  2. Die syrischen Assadgegner können nicht genug über ihre empörten Glaubensbrüder spotten. Sie sollten vorsichtig sein, sie mit ihrem Spott nicht zu verärgern, sonst brennen syrische Botschaften.

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  3. Menschen sind eben nichts wert in den Köpfen einer ganzen Reihe von Menschen, sondern nur ihr imaginäres Alphamännchen auf Wolke 7 und sein Prophet.

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